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Dracolith – Eine Finsterland-Kampagne

Dracolith – Eine Finsterland-Kampagne 9.3
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Abenteuer für Rollenspiele gibt es wie Sand am Meer. Der Grund dafür ist einfach, erst einmal gibt es viele Kaufabenteuer für die unterschiedlichen Systeme, dann noch Universalabenteuer und schlussendlich noch die Abenteuer, die im Kopf des Spielleiters entstehen. Letztere sind für die eigenen Spielgruppen oft die besten, da der Spielleiter seine Pappenheimer kennt und oftmals genau weiß, was diese spielen wollen oder eben nicht. Universalabenteuer können auch einiges, bedürfen aber meist einiges an Arbeit, um sie auf das Rollenspielsystem und auf die Gruppe anzupassen. Perfekt für das System, aber noch lange nicht perfekt für jede Gruppe und auch nicht immer gut sind die Abenteuer für das Rollenspiel, die meist vom gleichen Verlag veröffentlicht werden.

Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll bei Abenteuerveröffentlichungen einen genauen Blick auf das Abenteuer eines Verlages zu werfen. In diesem Fall liegt mir die Kampagne „Dracolith“ für das österreichische Rollenspiel Finsterland vor, das, wie alle Produkte des Rollenspiels, im Eigenverlag veröffentlicht und auf der RPC unters Volk gebracht wurde. Kurz zusammengefasst müssen die Charaktere und die Spieler in drei Abenteuern verhindern, dass die Szene auf dem Cover des Buches eintritt.

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Bevor es aber um das Verhindern der Szene geht, werden die Charaktere erst einmal zu einer Vernissage eingeladen, bei denen der Gastgeber die Charaktere auf Herz und Nieren testet. Dabei will er herausfinden, ob sie für die Aufgabe, die er im Sinn hat auch befähigt sind. Ist dies der Fall – wovon wir alle ausgehen können – werden die Charaktere angeheuert in Alexandragrad nach dem seltenen und mächtigen Gestein Dracolith zu suchen. Auf ihrer Suche treffen die Charaktere auf allerlei merkwürdige Gestalten, viele Fälschungen und zu guter Letzt auf eine Verschwörung, die zum Ende von Alexandragrad führen könnte.

Im zweiten Teil der Kampagne gilt es mehr über die Verschwörung, die eng mit einem Ritual zusammenhängt, herauszufinden. Dazu müssen die Charaktere in die Bibliothek des Mertinger Verlags reisen und sich in dem Gemäuer mit Geistern und einem merkwürdigen Sortiersystem auseinandersetzen. Mit dem Wissen ausgestattet können sie dann versuchen das Ritual zu verhindern.

Das genau findet im dritten und letzten Teil der Kampagne statt und führt die Charaktere in die Wildnis, in der Wesen leben, die ihnen das Leben äußerst schwer machen und die Zeit wird bald zum Faktor, denn der Zeitpunkt des Rituals und damit die Szene auf dem Cover rückt immer näher.

„Dracolith“ ist eine gelungene kleine Kampagne mit drei soliden Abenteuern, die für jeden etwas bieten, auch wenn sie etwas zu linear angelegt sind. Ganz besonders hervorheben möchte ich die tollen Handouts, die sich am Ende des Buches befinden und die das Abenteuer wirklich beleben und dem Spielleiter viel Arbeit abnehmen. Auch gelungen sind die Illustrationen, die den Spielern optische Unterstützung fürs Kopfkino anbieten. Da auch das Layout und das Korrektorat passt, kann das Buch inhaltlich und handwerklich komplett überzeugen. Preislich bin ich zwiegespalten, ich kenne die Preise von Hochglanzabenteuern in Vollfarbe und bekomme hier für denselben Preis ein schwarzweiß Abenteuer; gleichzeitig haben wir hier eine komplette Kampagne und müssen uns nicht fünf Hochglanzabenteuer kaufen, um zu einem Ende zu kommen.

dracolithTitel: Dracolith – Eine Finsterland Kampagne
Art: Rollenspiel-Kampagne
Genre: Steampunk
Sprache: Deutsch
Verlag: Eigenverlag
Publikationsjahr: 2015
Redaktion: Markus von Leon
Illustrationen: Eleonore Eder und Chris Gmeiner
Umfang: 72 Seiten
Bindung: Softcover
Preis: 17 €

Weitere Infos findet ihr auf www.finsterland.net

Review

9.3

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