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Die HobbitCon 4 – Das Con-Tagebuch

Die HobbitCon 4 – Das Con-Tagebuch
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„Time to say Goodbye!“ Ein letztes Mal öffnete die HobbitCon, nach dem Ende der RingCon im November 2015, ihre Pforten im Maritim Hotel Bonn vom 1. bis 3. April 2016. Ich hatte das Vergnügen meine erste HobbitCon und die letzte überhaupt, das ganze Wochenende zu besuchen und konnte einige Impressionen für euch sammeln.

Tag 1

Zunächst besuchte ich die Händlerräume. Wie auch auf der RingCon, gab es verschiedene Stände mit selbstgemalten Bildern, Fan-Merchandise, Funko-Figuren, Ketten und Armbänder von verschiedenen Filmen und Serien, aber auch ausgefallene Dinge gab es, wie Korsetts oder elegante Elben-Kronen. Auch wieder dabei waren die sympathischen Leute von Canvas Warriors, die aus Schuhen wahre Kunstwerke mit Handarbeit vollbringen. Im Raum daneben war jedoch mein persönliches Highlight. Wie auch auf der RingCon, wird jedes Jahr das 50.000 Orks-Projekt aufgebaut, wo epische Schlachten von Der Herr der Ringe dargestellt werden. Es wurden dafür ca. 3.800 handbemalte Figuren und 150 kg Streumaterial verwendet. Zudem wurde ein kleiner Teil der Seestadt von den Hobbit-Filmen und ein paar Hobbithöhlen nachgebaut.

50.000 Orks-Projekt

Mein erstes Panel war mit den Zwergen-Schauspielern aus den Hobbit-Filmen Mark Hadlow (Dori) und Stephen Hunter (Bombur).Was ich dieses Jahr besser geregelt fand, war, dass die Presse in der 3.-4. Reihe sitzen konnte, sodass man die Stars nicht nur vom Screen aus erkennen konnte. Das Panel war an sich sehr amüsant. Beide Mimen waren in einer sehr guten Stimmung und haben die Fragen der Fans mit Freude beantwortet. Besonders überraschend fand ich die Vielseitigkeit von Mark Hadlow. Er gab nicht nur einen Monolog von Macbeth zum Besten, sondern sang einen kurzen Auszug aus der Oper Vesti la giubba mit einer unglaublichen Hingabe.

Danach folgte ein Panel mit den Zwergen-Darstellern John Callen (Oin) und William Kircher (Bifur). Auch dieses Panel war interessant. Sie gaben uns Fans einen Einblick in den Ablauf eines normalen Drehtages beim Hobbit und wie es war, mit Peter Jackson als Regisseur zu arbeiten. Zudem sprachen sie auch über Christopher Lee, der letzten Sommer leider von uns ging.

Daraufhin folgte das letzte Zwergen-Panel für diesen Tag mit Jed Brophy (Nori), Adam Brown (Ori) und John Bell, der den Sohn des Drachentöters Bart gespielt hat. Das Panel war sehr unterhaltsam, besonders durch die Antworten auf peinliche Geschichten, die die Stars erlebt haben. Besonders Adam Browns Geschichten waren amüsant. Auch die Antwort von John Bell auf die Frage, für was ihre Charaktere vom Film Werbung machen würden, war ausgefallen. Er meinte, dass sein Charakter für eine Zahnpasta werben würde, da seine Familie die einzigen im Film ist, die weiße, bzw. gepflegte Zähne hat.

HobbitCon Panel 1

Im Anschluss folgte das Herr der Ringe – Panel mit Craig Parker (Haldir) und dem Moderator Mark Ferguson (Gil Galad). Trotz der Tatsache, dass beide in den Filmen wohl eher eine kleine Rolle gespielt haben, zählen sie für die Convention-Besucher bereits zum Inventar, bzw. als Traum-Duo. Wer ihre Panels besucht, kann sich sicher sein, ein sehr unterhaltsames und lustiges Panel zu erleben. Wobei das Fragenstellen wohl eher zweitrangig bei diesem Panel war. Besonders witzig waren ihre Demonstrationen des berühmten „Pornobalken“, also lustige Schnurrbärte und ein Insider für Menschen, die des Öfteren auf der RingCon waren. Sogar Smaug wurde ein riesiger Schnurrbart verpasst.

Daraufhin folgte der Video-Contest und Middle Earth Got Talent mit Dallas Barnett als Überraschungsgast, der auch sein gesangliches Talent unter Beweis stellen konnte.

Danach folgte die Opening Ceremony mit allen Schauspielern und Leitern von Vorträgen und Workshops. Und zum Schluss, als einer meiner persönlichen Highlights, gab es eine Comedy Hour mit Jed Brophy, Adam Brown, Craig Parker und Mark Ferguson. Das Publikum konnte sich an einem sehr chaotischen Improvisations-Schauspiel erfreuen, das wohl keiner so schnell vergessen wird. Gerade die Nummer, wo Fans den Schauspielern komische Kräfte zugewiesen haben, wie: Alles in Käse verwandeln zu können, oder die Fähigkeit, Ziegen wütend zu machen, wie ein Delfine zu tanzen oder pausenlos Hulahoop zu tanzen, führten zu einer der merkwürdigsten, aber auch witzigsten Superhelden-Improvisationen, die ich je gesehen habe.

Opening Ceremony

Am Abend ging es dann weiter mit einer der berühmten „A Long Expected Party“ im Foyer, wo Fans mit den Stars bis in die Nacht, bzw. den Morgen danach, gefeiert haben. Was wirklich besonders an diesen Partys bei der RingCon und der HobbitCon ist, ist die Nähe der Stars zu den Fans, die sich nicht zu Schade sind, mit ihnen zu tanzen oder zu trinken. Anders als bei anderen Conventions, können sich die Stars zum größten Teil die Convention in Ruhe anschauen oder die Partys besuchen, ohne von kreischenden Fans umringt zu werden, weswegen es auch möglich ist, eine ganz normales Gespräch mit den Stars zu führen.

Tag 2

Nach einer nicht allzu langen Nacht, sowohl für die Stars, als auch für die Convention-Besucher, startete der Samstag, der – was das Programm und die Besucher anging – ereignisreichste Tag mit dem langersehnten Panel von Billy Boyd (Pippin), der einer der 4 Hobbits in der Herr der Ringe – Trilogie spielen durfte und den Song zum dritten Hobbit-Film geschrieben und sogar gesungen hat. Ursprünglich sollte Con-Liebling Graham McTavish kommen, der jedoch aufgrund von Dreharbeiten nicht kommen konnte. Der jedoch mit Billy einen wohl mehr als würdigen Ersatz gefunden hatte.

Das Panel war, wie bereits erwartet, toll. Billy beantwortete jede Frage mit viel Witz und rief sogar seinen Herr der Ringe – Kollegen Dominic Monaghan (Merry) an, was die Fans begeisterte. Billy hat generell nach all den Jahren guten Kontakt zu seinen Herr der Ringe – Kollegen.

Zwischendurch im Verlaufe des Wochenendes, wurden mitten in Panels Videos gezeigt, in denen Dean O´Gorman (Fili) und Graham McTavish (Dwalin), die leider nicht zur HobbitCon kommen konnten, behaupten, dass Mark Hadlow sie in seinem Haus gefangen hält. Uns wurden zudem auch Videos gezeigt, wie Dean fliehen konnte und Graham sich von Hundefutter ernähren musste. Ich persönlich fand es eine erheiternde Geste der Stars, die Fans über ihre Abwesenheit mit den Videos hinweg zu trösten.

Daraufhin folgte das Panel mit Ryan Gage, der den relativ unsympathischen Alfrid Lickspittle in den Hobbitfilmen spielte. Doch der Schauspieler ist, ganz im Gegensatz zu seinem Charakter den er im Film verkörperte, ein sehr sympathischer, witziger und höflicher Schauspieler. Ryan war, wie er selbst sagte, eine „Con-Virgin“, also ein jungfräulicher Con-Gast, beantwortete Fragen jedoch mit viel Charme und Humor, wie ein Profi. Was noch eine kleine Überraschung war, war seine äußere Erscheinung. Anders als Alfrid, sieht er sehr sympathisch aus.

Danach folgte das Panel mit William Kircher (Bifur), der jeden Fan auf die Bühne holte und interessante Geschichten erzählte und am Ende den Fans Aiden Turners (Killi) Boxershorts zeigte.

Danach besuchte ich zum ersten Mal einen Workshop, den ich schon immer besuchen wollte, der sich jedoch zeitlich immer mit Fotosessions oder Panels überschnitten hatte. Der Workshop war ein Acting Improvistions Workshop mit einen der Stargäste Lori Dungey (Miss Bracegirdle), die einen Hobbit in der Herr der Ringe gespielt hat. In dem Workshop waren wir um die 20 Teilnehmer und haben zu Beginn verschiedene Übungen gemacht, wie etwa, dass uns jemand ein Geschenk gibt und wir darauf reagieren müssen. Oder dass wir uns in  vier 5er Gruppen hinsetzen sollten, wovon zwei Personen Erzähler einer Geschichte sein sollten und die anderen Wörter einwerfen durften, die die Erzähler wiederum in der Geschichte verwenden sollten, sodass aus einer Erzählung eines 40-Jährigen, allein lebenden Mannes mit einem Goldfisch, sich eine Geschichte entwickelte, indem dieser Mann mit einem fliegenden Taxi, das wie ein Drache aussieht, nach Disneyland fliegt. Was ein gutes Beispiel dafür ist, dass eine Improvisation auch mal schief gehen kann.

Zum Schluss haben zwei Gruppen, darunter auch ich, unter der Regie von 2 Personen eine Geschichte schauspielerisch dargestellt, wobei Lori uns viel Input gegeben hat und begeistert von unseren Improvisationen war, da diese sich als sehr witzig erwiesen. Ich kann dazu nur sagen, dass ich definitiv gerne wieder so einen Workshop machen würde und so etwas jedem empfehlen kann. Gerade als Hobby-Schauspielerin, haben mir Loris Tipps sehr geholfen und es war großartig, einen Star so normal und umgänglich zu erleben.

Danach folgte ein weiteres Panel mit den Bösewichten des Hobbits. Dallas Barnett (Bill Ferny) und John Tui (Bolg). Beide beeindruckten mit ihrer positiven Lebenseinstellung und Lebenserfahrungen. Das Highlight war jedoch der Heiratsantrag von Dallas Barnett an seine Freundin vor versammeltem Publikum, was selbst die Schauspieler überraschte.

Danach folgte ein Panel mit dem größten Teil der Zwergen-Schauspieler und dem darauf anschließenden Cosplay-Contest, welcher mich wie jedes Jahr auf’s Neue beeindruckt. Eine rein englische Moderation wäre hier definitiv sinnvoller gewesen.

HobbitCon Costume Contest

Danach folgte auch die „One last Party“ und diese wurde ihrem Namen gerecht. Die Tanzfläche war gefüllt mit tanzenden Zwergen, Zauberern, Orks und anderen Gestalten, geschmückt mit vielen leuchtenden Accessoires. Und auch Stars wie Stephen, Jed, Ryan und Jon gesellten sich gelegentlich zu den Fans und feierten mit, während die andere Stars sich am „ German Beer“ erfreuten. Es war eine sehr lange Party-Nacht mit witzigen Limbo-Einlagen und Dance-Battles bis in die frühen Morgenstunden.

Tag 3

Der letzte Tag startete für mich, nach der vorherigen Nacht, relativ spät mit der Fotosession von Billy Boyd. Generell ist hier zu sagen, dass die Veranstalter im Vergleich zu den letzten Jahren die Fotosessions und Autogrammstunden sehr gut organisiert haben, sodass ich zumindest nicht allzu lange warten musste und sogar die Chance hatte, ein lustiges Foto als “Mark” verkleidet mit dem Moderatoren-Team, auch genannt “Team Mark” – bestehend aus Craig Parker, Lori Dungey und Mark Ferguson – zu machen.

Nach der Fotosession folgte das zweite Panel mit Billy Boyd, das erneut ein tolles Panel mit einem witzigen und fröhlichen Schauspieler war, der sich zwar bemühte so viele Fragen wie möglich zu beantworten, jedoch dann meist ziemlich abschweifte. Besonders charmant und amüsant waren seine Versuche so viel Deutsch wie möglich zu sprechen und erheiterte das Publikum mit lustigen Geschichten von Orlando Bloom, der angeblich einmal eine Stunde lang neben Billy stand und dann sagte: “Do your feet ever feel claustrophobic?”

Danach folgte eine weiter Comedy-Hour mit „Team Mark“ und weiteren Stargästen als Support und was soll man dazu viel sagen? Der Großteil des Saales hatte Tränen in den Augen! Highlights waren hierbei Craig Parker, verkleidet als Kim Kardashian und der Stand-Double-Einsatz von Jed Brophy und Mark Hadlow.

Schließlich kam es zur Closing Ceremony. Sie startete mit einigen Preisverleihungen und einem grandiosen Auftritt des Chor-Workshops, welcher in einer großen Besetzung “I See Fire” von Ed Sheeran und Billy Boyds Song “The Last Goodbye” zum letzten Hobbit-Film gesungen hat. Dieser Auftritt hat nicht nur mich zu Tränen gerührt. Danach wurde das alljährliche Video gezeigt, das von Fans für Fans gemacht wurde und welches die besten Momente der RingCon zeigte und unter anderem mit viel Tanz zu dem Song “Shut up and dance with me” untermalt wurde. In diesem Video sind übrigens auch meine Kollegin Nici und ich zu sehen. Und schlussendlich kam die Verabschiedung der Leiter der Workshops und Vorträge und der Stars, wie jedes Jahr mit dem Song “Raise Your Glass”. Doch sollte das noch nicht das Ende sein, denn es wurde offiziell bestätigt, dass es im April eine MagicCon geben wird, die ähnlich wie die RingCon verschiedene Genres, Filme und Serien wie Game of Thrones, Outlander oder Shannara Chronicles vertreten will.

Und zum gebührenden Abschluss einer Ära der Tolkien-Conventions sang Billy Boyd höchstpersönlich “The Last Goodbye” unter einem Meer von Lichtern, die Fans hochhielten. Dieser Moment wird wohl für immer in den Herzen der Fans und Besucher bleiben.

Fazit:

Die HobbitCon 4 war ein krönender Abschluss einer tollen Ära. Denn anders, als bei der RingCon, ging es bei der HobbitCon wirklich nur um die Welt von Tolkien, was sie umso besonders und persönlicher machte. Ein ganzes Wochenende waren wir alle versunken in der fantastischen Welt Mittelerde, haben zusammen gelacht, geweint, neue Freundschaften geschlossen und gefeiert. Ich denke da ist nur zu sagen:

Many places I have been

Many sorrows I have seen

But I don’t regret

Nor will I forget

All who took that road with me

Farewell HobbitCon! Es war schön mit Dir!

Man dürfte gespannt sein, welche neue Reise uns auf der MagicCon von 21. bis 23. April 2017 erwarten wird. Bis dahin wünsche ich viel Spaß auf die bevorstehenden Conventions dieses Jahres.

Hier noch ein paar Fotos der Con:

Das Video

Wie bereits oben erwähnt, war auch meine Kollegin Nici vor Ort und hat euch ein tolles Video gedreht:

Fara You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one

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