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Japanische Feiertage im Dezember ~ 12月の日本の祝日

Japanische Feiertage im Dezember ~ 12月の日本の祝日
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Ein wenig verspätet, aber trotzdem pünktlich, haben wir hier für euch wieder einmal die japanischen Feierlichkeiten im Dezember zusammengetragen. Von ähnlichen Traditionen wie bei uns bis hin zu außergewöhnlichen Ritualen, ist wieder alles dabei. Auf geht es in die wundersame Winterwelt der japanischen Festlichkeiten.

15. bis 18. Dezember 2016: On-Matsuri – おん祭り

Das On-Matsuri ist eines der bedeutendsten Feste von Nara mit einem Umzug von Adligen, Kriegern, Ringern etc. in historischen Kostümen. Vom 15. Dezember bis zum 18. Dezember findet das ganze Spektakel vorm Kasuga-Wakamiya-Großschrein statt.

Die Aufzeichnungen gehen bis zum 12. Jahrhundert zurück, als eine Epidemie durchs Land wütete und die Götter um Hilfe angerufen wurden. Durch Gebete sollte die Plage ausgerottet und gleichzeitig um eine reiche Ernte ersucht werden.
Auch wenn das Fest vier Tage lang ist, konzentrieren sich die Hauptevents auf den 17. Dezember, der auch honmatsuri (本祭 – Hauptfest) genannt wird. Es findet unter anderem ein „Festival der Zeitalter“ (ähnlich Jidai-Matsuri in Kyoto) und ein Yabusame (流鏑馬) von Kindern statt. Bei diesem Festival werden bei einem Umzug die Kleidungen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert präsentiert. Ab und an wird der Zug von musikalischen und tänzerischen Vorführungen unterbrochen. Der Kasuga Schrein (Kasuga Taisha 春日大社) befindet sich in Nara am Fuße der beiden heiligen Berge Kasugayama und Mikasayama, in unmittelbarer Nähe zum buddhistischen Tempel Kōfuku-ji. Er zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und soll 768 erbaut worden sein. Heute vermutet man jedoch eher eine Fertigstellung zu Beginn der Nara Zeit (710-784).

21. Dezember 2016: Hiwatari Matsuri – 火渡り祭 – Feuerlauffest

Das japanische Feuerlauf-Fest wird in der Stadt Sakuragawa (Provinz Ibaraki) gefeiert. Der Hauptplatz der Zeremonie ist der alte buddhistische Takaosan Yakuoin Tempel auf dem Berg Takao (jap. Takao-san), einer der drei großen Tempelanlagen in der Region Kanto. Ein ähnliches bzw. fast identisches Festival findet auch am 14. März statt.

Das Hiwatari Matsuri heißt nicht aus Spaß Feuerlauf-Fest. Hier wird wortwörtlich über Kohlen gelaufen! Im Rahmen der Zeremonie laufen Yamabushi-Mönche barfuß und betend über brennenden Kohlen eines Feuers, welches mit großen Holzscheiten angezündet wird. Sinn und Zweck der ganzen Sache ist die Bitte um die Sicherheit und Gesundheit der jeweils eigenen Familie für das kommende Jahr. Darüber hinaus scheint auch der Gedanke der reinigenden Kraft des Feuers eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen. Neben den Mönchen sind aber auch alle Besucher der Zeremonie eingeladen, einen Gang über das Feuer zu wagen. Wer sich nicht über die heiße Asche traut, kann auch abwarten, bis die Flammen erloschen und die Kohlen abgekühlt sind. Insofern braucht man sich keine Sorgen wegen Verbrennungen zu machen.

Mandatory Credit: Photo by Aflo/REX (4509969g)

23. Dezember 2016: Tennou Tanjoubi – 天皇誕生日- Der Geburtstag des japanischen Kaisers

Der Geburtstag des amtierenden Kaisers Akihito (明仁) ist einer der bedeutensten Feiertage in ganz Japan. Zu seinen Ehren hängen an Häusern im ganzen Land Fahnen aus. Einige Japaner reisen an diesem Tag nach Tokyo, um dem Tenno näher zu sein, da dieser sich an diesem Tag in der Öffentlichkeit zeigt. In vielen Haushalten wird der freie Tag genutzt um vor dem wichtigstem nationalen Feiertag, dem japanischen Neujahr, noch einmal aufzuräumen und sauberzumachen. Da viele Wohnunungen zu einem Großteil aus Fenstern bestehen bedeutet das für viele eine Menge Fenster putzen.

Eingeführt wurde der Nationalfeiertag 1948 vom damaligen Tenno Hirohito. Er machte seinen Geburtstag, den 23. April  zum Feiertag für das gesamte Volk. Nach seinem Tod im Jahre 1989  wurde der Geburtstag seines Sohnes und Nachfolgers Tenno Akihito, der 23. Dezember, zum neuen Feiertag. Die offizielle Anrede des Kaisers ist TENNO HEIKA und bedeutet sinngemäß Kaiserliche Majestät.

Tenno Akihito – der 125.

Akihito wird, wie sein Vater vor ihm, Kaiser bis zu seinem Tod sein. Die politische Rolle des Tennos ist in der japanischen parlametarischen Monarchie beinhaltet keine Beteilugung an der Führung des Landes und ist rein symbolisch. In der japanischen Verfassung wird in Artikel 1 der Tenno als „das Symbol des Staates und der Einheit des Volkes“ definiert.

24./25. Dezember 2016: Kurisumasu – クリスマスWeihnachten

Weihnachten kommt in Japan, da nicht christlich geprägt, kaum religiöse Bedeutung bei. In vielen Familien werden, vom amerikanischen Weihnachtsfest inspieriert, Geschenke an Kinder verteilt und es gibt ein Weihnachtsessen, welches etwas anders ausfällt als wir es hier gewohnt sind. Zusätzlich zu dem obligatorischen, aus Erdbeer-Mürbeteig bestehenden, Christmas-Cake ist es Tradition sich als Weihnachtsmahl einen risigen Bottich fried chicken von KFC für die ganze Familie zu holen. Jedoch ist es vorallem ein Fest für junge Paare. Es ist eine Art zweiter Valentinstag bzw. White Day. Personen die an diesem Tag keine Verabredung haben, werden von ihren Mitmenschen bemitleidet. Viele Verliebte gucken sich an diesem Tag zuerst die beeindruckende Weihnachtsbeleuchtung, bestehend aus komplexen Lichtspielen und aufwendigen Installationen, welche die in Deutschland üblichen Dekorationen  blass aussehen lassen, an. Danach besucht man ein, am besten ein Monat im vorraus reserviertes Restaurant, wo dann auch auch im Schein der Kerzen romantische Geschenke ausgetauscht werden. Der Abend wird in einem, im günstigsten Fall, ebenfalls reservierten Hotelzimmer abgeschlossen. Da viele junge Paare während des Studiums noch bei ihren Eltern oder in Wohnheimen wohnen, bietet ein Hotel eine ideale Möglichkeit eine Nacht gemeinsam zu verbringen und ein wenig Privatsphäre zu genießen. Dieser Trend hat sich in den 80er Jahren zur Zeit des Wirtschaftsbooms etabliert und hält bis heute an.

31. Dezember 2016: Joya No Kane除夜の鐘 – Glockenklänge zum Jahresende

Kurz vor Mitternacht werden in den Buddhistischen Tempeln die joya-no-kane (Silvesterglocken) geläutet. 107 mal im alten und 1 mal im neuen Jahr. Warum die Glocken insgesamt 108 mal läuten kann mehrere Ursprünge haben. Im japanischen Mondkalender gibt es 12 Monate, 24 sekki (saisonale Einteilung de Jahres) und 72 kou (andere saisonale Einteilung). Addiert man diese Zahlen kommt man auf die Zahl 108. Eine andere Erklärung lässt sich auf das “shiku hakku” – “das Leiden allen Lebens” aus dem Buddhismus zurückführen, denn die Ausprache von “shiku hakku” entspricht gleichzeitig der Aussprache der Zahlen 4 und 9 sowie 8 und 9. 4 x 9 + 8 x 9 ergibt ebenfalls 108. Die dritte und vermutlich die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Anzahl der Glockenschläge für die Anzahl der weltlichen Gelüste steht, von denen sich die Buddhisten lossagen.

Viele Menschen nehmen an der Läutung der Glöcken teil und begehen ihren letzten und ersten Tempel- oder Schreinbesuch des Jahres; den hatsumôde. Die Züge fahren die ganze Nacht über um es Jung und Alt zu ermöglichen für ein gesundes erfolgreiches Jahr zu beten.

Weitere Feste und Festivals:

Hata Festival
1 Dezember
Towa, Fukushima Prefektur
Ein historisches Festival bei dem große farbenfrohe Flaggenprozessionen, von Blaskapellen begleitet, durch Reisfelder und Bergwege ziehen.

Oshiroi Matsuri
2 Dezember
Fukuoka
Bei diesem 400 Jahre alten Fest werden die Gesichter von Dorfbewohnern mit einer aus Reismehl und Wasser bestehende Paste beschmiert, um ein Gebet für eine gute Ernte auszusenden.

Chichibu Yomatsuri
2-3 Dezember
Chichibu shrine, Chichibu, Saitama Prefektur
Ein Berühmtes Nachtfest, bei dem 10 Tonnen schwere, mit Laternen beleuchtete Flöße durch die Stadt gezogen werden.

Morotabune Shinji
3 Dezember
Mihonoseki, Shimane Prefektur
Eine actiongeladene Shinto Zeremonie bei der zwei Teams in zwei Boten mit je 9 Männern im Hafen von Miho sich mit eiskaltem Meerwasser bespritzen.

Takata no Inoko
3 Dezember
Sakurai, Nara Prefektur
In Sakurai Nara trägt die Dorfjugend Essen und Fackeln in einer Prozession um sie den Göttern als Friedensangebot für eine gute Ernte anzubiten.

Akibasan Gongen Hibuse Matsuri
6 Dezember
Ryokaku-in Tempel, Odawara, Kanagawa Prefektur
Bergpriester bedanken sich für das Geschenk von Wasser und Feuer, indem sie ein Feuer entfachen, ihre Fähigkeiten mit Axt, Schwert und Bogen demonstrieren und Besuchern Reiskuchen anbieten.

Misogi Matsuri
9 Dezember
Katsuragake Schrein, Gifu Prefektur
Nackte Männer reinigen sich im eiskalten Nagara Fluss in Gifu um 15.00, 19.00 und 22.00 Uhr.

Sanpoji Daikon Festival
9 & 10 Dezember
Sanpoji Tempel, Narutaki, Kyoto
Das Daikon Fest im Sanpoji Temple (三宝寺) in Kyoto  zelebriert die Verfügbarkeit von Rettich im Spätherbst der mit der Saisonküche des Winters assoziert wird. In zwei Tagen werden Unmengen an Rettich ungefähr 10,000 Menschen serviert. Es besteht der Glaube, dass der Verzehr von heißem Rettich gesund sein soll.

Akou Gishisai
14 Dezember
Ako, Hyogo Prefektur
Traditionelle Tänze und Kämpfer Paraden werden in Errinerung an die legendären 47 ronin, die wandernden Samurai, die Selbstmord begingen um ihren Meister zu rächen.

47 Ronin Festival
14 Dezember
Bishamon Tempel, Yamashina, Kyoto
Eine Prozession in traditionellen Kostümen vom Bishamon Tempel nach Oishi jinja in Ost Kyoto zu Ehren der 47 Ronin.

Gishisai Festival
14 Dezember
Sengakuji Tempel, Minato-ku, Tokyo
Ein Fest zu Ehren der 47 Ronin im Sengakuji Temple in Tokyo wo sich die Gräber der 47 Ronin befinden.

Iwatsuta Shrine Fire Festival
14 Dezember
Iwatsuta Jinja, Ishizugawa, Osaka
108 Reisigbündel werden angezündet und junge Männer rennen durch die Falmmen im Rahmen einer zeremonie der Säuberung in Ishizugawa, Osaka.

Akiba Taisai Hiwatari Shinji Festival
16 Dezember
Entsuji Tempel, Nagoya
100 Asketen rennen durch falmmen in Entsuji in Nagoya bevor die große Masse dazustößt.

Setagaya no Boro Ichi
15-16 Dezember
Setagaya-ku, Tokyo
Unzählige Stände und Verkäufer säumen die Straßen im Rahmen des seit 1578 bestehenden Flea Markt in Tokyo

Akutai Cursing Festival
mitte Dezember
Atago Schreie, Mt. Atagoyama, Iwama-cho, Kasama, Ibaraki Prefektur
Priseter gekleidet in Weiß, verkörpern Tengu Goblins und werden verflucht und misshandelt. Teilnehmer versuchen die Gaben der Goblins zu stehlen, während die Goblins sie mit Bambusstöcken verteidigen.

Akiba no Himatsuri
15-16 Dezember
Akiba, Shizuoka Prefektur
Ein Feuerfest das zum Schutz vor Feuer im Akiba Jinja Schrein von Hifuse, dem Gott der über das Feuer bestimmt, abgehalten wird.

Izumi Kannon Daruma-ichi
17-18 Dezember
Izumi Kannon Tempel, Odawara, Kanagawa Prefektur
Seit Jahrhunderten wird in diesem Tempel jährlich eine Messe für Daruma, eine Manifestation Buddhas, abgehalten, die große Massen anlockt.

Asakusa Kannon Hagoita-ichi
17-19 Dezember
Senso-ji Temple, Asakusu, Tokyo
Ein Festmarkt im Sensoji Temple in Asakusa bei dem in zwei tagen über 50 Händler  Stände aufbauen die hagoita (Paddel) verkaufen, welche für das traditionelle Neujahrsspiel hanetsuki benötigt werden.

Shimai Kobo
21 Dezember
To-ji Tempel, Kyoto
Der letzte Festmarkt des Jahres der den bekannten buddhistischen Priester Kobo Daishi ehrt. Im Toji Tempel in Süd-Kyoto werden über 1600 Stände aufgebaut.

Shimai Tenjin
25 Dezember
Kitano Tenmangu Schrein, Kyoto
Der letzte Festmarkt des Jhares im großen Kitano Tenmangu Schrein.

Kotohira-gu Shukiku
Ende Dezember
Kotohira-gu Schrein, Kagawa Prefektur
Das Shinto Schrein Fest bei dem es ein kemari Spiel gibt, welches als Vorläufer des Fußballs gillt.

Namahage
31 Dezember
Oga Peninsula, Akita Prefektur
Eine alte Volkstradition bei der junge Männer sich furchterregend verkleiden und dann die Kinder der Region besuchen um sie davor zu warnen im kommenden Jahr faul zu sein.

Hagurosan Shoureisai
31 Dezember – 1 Januar
Mt. Haguro, Yamagata Prefektur
Ein berühmtes Feuerfest bei dem 2 riesige erleuchtete Zecken an Seilen gezogen werden. Dies ist Teil der Rituale der Asketen der Shugendo Sekte.

Mabuni Hi to Kane no Matsuri
31 Dezember – 1 Januar
Itoman-city, Okinawa
Gedenkverantsaltung an die Opfer des zweiten Weltkrieges. Die Teilnehmer entzünden Fackeln, beten für Frieden und verkünden das neue Jahr.

Okura Mairi Matsuri
31. Dezember 2016
Yasaka Schrein, Kyoto
Fest des heiligen Feuers, von dem man ein Flämmchen mit nach Hause nimmt, um damit die erste Mahlzeit im Jahr zu kochen. Schützt vor Krankheit und bringt Glück im neuen Jahr. Fest am Yasaka Schrein in Kyoto

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