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Japanische Feiertage im Februar ~ 02月の日本の祝日

Japanische Feiertage im Februar ~ 02月の日本の祝日
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Februar. Der Monat, in dem in Japan wieder interessante Festlichkeiten stattfinden und wo ein uns altbekannter Brauch seinen Weg in die japanische Kultur gefunden hat. Schokolade, Schnee und Frühling; es gibt wieder viel zu entdecken.

Anfang bis Mitte Februar – Sapporo Yuki Matsuri (さっぽろ雪まつり) – Sapporo-Schnee-Festival

Das Sapporo Schnee Festival wird seit 1950 gefeiert. Es handelte sich damals dabei um eine Ansammlung von gerade einmal sechs Skulpturen aus Schnee, die von Schülern angefertigt wurden. Die Veranstaltung wurde überraschend zum Erfolg und so kamen knapp fünfzigtausend Menschen, die sich das Event im Odori Park ansahen und somit eines der wichtigsten Winter Festivals in Japan begründeten. Schon 1959 beteiligten sich über 2500 Menschen an der Erschaffung verschiedenster Statuen und Skulpturen aus Schnee und Eis, was natürlich eine entsprechende Aufmerksamkeit mit sich brachte.

Das Sapporo-Schnee-Festival wuchs mit den Jahren immer weiter und ist jedes Jahr ein absolutes Highlight in Japan. Aber es gibt auch andere bemerkenswerte Winter-Festivals neben Sapporo. So ist das Asahikawa Winter Festival, welches Anfang Februar immer stattfindet eine große Konkurrenz zu Sapporo, obwohl das Asahikawa Winter Festival deutlich kleiner ausfällt. Dennoch kann man auch dort mit Superlativen aufwarten, denn in Asahikawa baut man regelmäßig eine gigantische Schneeskulptur, die im wahrsten Sinne alles in Sapporo in den Schatten stellen soll. Auch sehr interessant ist das Otaru Snow Light Path Festival in einem kleinen Fischerdorf nahe Sapporo. Hier wird wird ein Pfad aus Lichtern gebaut, der von kleinen Schneeskulpturen umsäumt ist.

3. oder 4. Februar – Setsubun no hi (節分の日) – Fest zum Frühlingsbeginn

Am 3. bzw. 4. Februar ist Frühlingsanfang in Japan? Richtig: Da sich dieses Datum am Mondkalender richtet liegt der Frühlingsbeginn bereits Anfang Februar und der 3. Februar stellt hierbei nur das ende der kalten Jahreszeit dar. Am Abend vor dem Frühlingsbeginn wird das Setsubun begangen. Mit dieser kleinen Feierlichkeit möchte man die bösen Geister und Teufel des Winters vertreiben. In den meisten Schreinen Japans werden dazu geröstete Soja-Bohnen auf rituelle Weise benutzt, die geisterhaften Teufelswesen zu vertreiben. Das ganze Spektakel ähnelt dabei einem Karnevalsumzug: Die Bohnen und kleine Geschenke werden von Berühmtheiten und vielen Schreinmitarbeitern in die Menge geworfen. Dennoch sollte man Setsubun natürlich nicht mit dem europäischen Karneval verwechseln, denn außer dieser Parallele des Geisteraustreibens haben beide Feste nicht viel miteinander zu tun.

Oft kommt es auch vor, dass in Kindergärten und anderen Einrichtungen statt der Bohnen, Erdnüsse geworfen werden. Man verzehrt dann so viele Bohnen oder Erdnüsse, wie man alt ist. Außerdem gibt es neben den Bohnen und Erdnüsse noch andere Leckereien, wie Beispielsweise das spezielle Maki-Sushi, das Eho-Maki genannt wird und dessen Verzehr Glück bringen soll. Dabei ist es sehr wichtig, die lange Maki-Rolle nicht zu zerschneiden, denn so würde man das Glück zerschneiden. Neben den Feierlichkeiten an den Schreinen bereiten sich viele Japaner auch Anfang Februar schon für den Tokyo Marathon vor, der Ende Februar stattfindet. Als internationales Event kann er mit seinen berühmten Verwandten in den USA und Europa mithalten. So zählt der Tokyo Marathon mehr als 35000 Teilnehmer und mit dabei Zuschauerzahlen, die weit über 1,5 Millionen gehen.

11. Februar – Kenkoku kinen no hi (建国記念の日) – Der Tag der Staatsgründung

Einer der wichtigsten Nationalfeiertage in Japan findet jedes Jahr am 11. Februar statt. Kenkoku kinen no hi ist der Tag der Staatsgründung und wird seit 1966 regelmäßig abgehalten. Die Japaner sollen an diesem Tag ihre Liebe zu Japan feiern und zelebrieren; die meisten Leute begehen diesen Tag allerdings ohne viel Drumherum. Eine doch sehr verbreitete Tradition ist es die japanische Flagge zu hissen. Außerdem veranstalten die unzähligen buddhistischen und shintoistischen Schreine kleine Feste um die Nation zu ehren und Vaterlandsliebe zu fördern.

Schon vor dem ersten Weltkrieg wurde der Tag auf sehr festliche Weise begangen, allerdings wurde es nach der Niederlage im zweiten Weltkrieg als eher sehr unpassend empfunden und eine Weile nicht mehr zelebriert. Der Ursprung des Festtages liegt aber ganz woanders: den Überlieferungen zufolge wurde am 11. Februar 660 v. Chr. laut Legende der Sonnenkaiser Jimmu gekrönt. Desweiteren heißt es, dass spätere Herrscher alles so weit zurückdatiert haben, um ihren lange bestehenden Anspruch auf die Regentschaft des Landes zu rechtfertigen. Die Bedeutung des Sonnenkaisers spiegelt sich aber auch darin wieder, dass die Nationalflagge Japans die Sonne als zentralen Bestandteil besitzt.

14. Februar – Barentaindē (バレンタインデー) – Valentinstag

Der Tag an dem sich Liebende ein Stückchen näher kommen können und an denen die Läden Unmassen an Geld mit dem Pralinenverkauf verdienen: Valentinstag. Dieser Tag ist ausnahmsweise kein traditioneller Brauch aus Japan. Das ganze begründet sich auf dem westlichen Einfluss Anfang des 20. Jahrhunderts. In den 30er Jahren versuchten unzählige Süßwarenhersteller den Valentinstag in Japan einzuführen, das ganze war jedoch vorerst erfolglos. Erst 1960 konnten erste Erfolge gezählt werden. In den westlichen Ländern Europa und Amerikas gibts zum Valentinstag meist Süßigkeiten und einen Blumenstrauß. In Japan steht allerdings die Schokolade im Fokus. Wichtig ist aber der Unterschied, dass in Japan vor allem die Frauen den Tag nutzen, um jemanden ihre Gefühle zu offenbaren. Da man in Japan Gefühle nicht vorschnell und allzu deutlich zeigen sollte, ist ein Geschenk aus besonders geformter Schokolade bestens dazu geeignet, die Zuneigung auch ohne große Worte auszudrücken. Es ist also üblich, dass in erster Linie die Frauen die Männer beschenken und nicht umgekehrt.

Es gibt zum Valentinstag zwei Arten von Schokolade. Da wäre zum einen die Honmei-Schokolade (Schokolade für den Liebling) und die „Pflichtschokolade“, die als Giri Choko bezeichnet wird. Die Giri Choko wird eher aus sozialen Zwängen heraus verschenkt, wie beispielsweise den Kollegen, dem Chef oder auch Nachbarn. Es geht hierbei aber weniger um die Qualität der Schokolade sondern eher der Aufwand, der mit der Verpackung betrieben wurde. Die Honmei-Schokolade ist hingegen viel aufwändiger, da sie zumeist selbst hergestellt wird, um zu beweisen, dass das Geschenk von Herzen kommt. Hierfür gibt es spezielle Valentinstags-Kochkurse für Frauen. Natürlich kann die Choko auch gekauft werden; das ganze zeichnet sich dann durch hohe Qualität aber auch dementsprechenden Preis aus.

14. März – White Day

Nun wäre es natürlich unfair, wenn nur die Frauen sich kümmern müssten und so kam vor ca 40 Jahren ein Konditor auf die Idee spezielle Süßigkeiten zu produzieren, damit sich die Männer für ihr erhaltenes Geschenk revangieren können. Diese Presente werden dann am 14. März der Herzdame übergeben. Die Besonderheit dabei ist der bevorzugte Einsatz weißer Süßigkeiten, also etwa Marshmallows oder weißer Schokolade. Das verschaffte diesem Tag auch den Namen „White Day“, der sich bis heute hält. Durchgesetzt hat sich dieser Brauch vor allem auch deshalb, weil die große Süßwarenindustrie die Idee des Konditors aufgriff und in großem Stil umsetzte. Da viele japanische Männer heute aber nicht mehr einen Monat warten möchten, setzt sich hier und da auch der Brauch durch, sogenannte gyako-choko direkt am Valentinstag zu verschenken. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Gegenschokolade“ und hat den Vorteil, dass die Frau sehr schnell eine „Antwort“ erhält und sieht, dass die Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht.

Weitere Feiertage und Feste:

Hadaka Matsuri – Fest der Nackten
3. Februar
Nara Prefektur
Nur mit einem Lendenschurz bekleidete Männer baden zwecks ritueller Reinigung im eiskalten Flusswasser. Danach findet ein festlicher Umzug zum Saidai Tempel statt.

Nento
3. Februar
Rozan ji Tempel, Kyoto
Männer in roten, blauen und schwarzen Teufelskostümen tanzen am Rozan-ji Tempel.

Kihoraku
17. Februar
Kamigamo jinja-Schrein in Kyoto
Eine sehr alte Tradition. Kleine Pinienbäume und verschiedene Kräuter werden den Gottheiten dargebracht.

Godai Riki-son
23. Februar
Sekizen in Tempel, Kyoto
Ein Gebetsritual für die “5 kraftvollen Gottheiten”. Sie sollen das Land vor verschiedenen Arten von Unglück beschützen. Mönche beten und lesen dabei aus der Hannya Sutra. Neue Glücksbringer werden verkauft und die alten am Abend verbrannt.

Sanyara
24. Februar
Kamigamo jinja, Kyoto
Ein Festival für die Knaben, die gerade 15 geworden sind.

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