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Japanische Feiertage im März ~ 03月の日本の祝日

Japanische Feiertage im März ~ 03月の日本の祝日
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1. bis 14. März: Omizu Tori (お水取り) – Wasserschöpffest

Jedes Jahr finden Anfang März die sogenannten Shunie-Zeremonien am Todaiji-Tempel statt. Das Omizutori-Fest wird jedoch in der Nigatsudo-Halle abgehalten, die unweit der Haupthalle der Todaiji-Tempelanlage an einem Hügel liegt. Nigatsudo bedeutet wörtlich „Halle des zweiten Monats“, was eine Anspielung auf den zweiten Monat des Lunarkalenders ist. Der zweite Monat des Lunarkalenders entspricht in etwa dem Monat März im Solarkalender.

Otaimatsu ist die berühmteste und spektakulärste Zeremonie im Rahmen des Omizutori-Fests. Vom 1. bis 14. März werden jeden Abend unmittelbar nach Sonnenuntergang riesige, sechs bis acht Meter lange Pinienfackeln auf den Balkon des Nigatsudo getragen und über die Besucher gehalten. Die brennende Asche, die vom Balkon herabregnet, soll den Zuschauern ein sicheres Jahr bescheren. Die Größe der Fackeln und die Dauer der Otaimatsu-Zeremonie variieren von Tag zu Tag. Die meisten Tage werden nacheinander zehn Fackeln über den Balkon getragen, während die Zuschauer die insgesamt ca. 20-minütige Veranstaltung vom Hof unterhalb der hölzernen Tempelhalle verfolgen. Am 12. und 14. März läuft das ganze jedoch anders ab:

Am 14. März und damit dem letzten Tag des Festes, dauert die Zeremonie nur etwa fünf Minuten, wobei alle zehn Fackeln gleichzeitig auf den Balkon gebracht werden. Am 12. werden mehr und größere Fackeln verwendet, und die gesamte Zeremonie dauert entsprechend länger. Es sind dementsprechend auch die meisten Besucher da, sodass sich die Zuschauer nicht länger vor dem Nigatsudo aufhalten können, sondern in einer Art Festumzug an der Halle vorbeiziehen müssen. Insgesamt kann die Zeremonie daher nur ca. fünf bis zehn Minuten beobachtet werden.

In der Nacht vom 12. auf den 13. März begeben sich zwischen halb 2 und halb 3 Uhr morgens einige Priester mehrmals bei Fackellicht vom Nigatsudo herunter, um Wasser aus einem Brunnen am Fuße der Temeplhalle zu schöpfen. Es heißt, das Wasser in diesem Brunnen fließt nur einmal im Jahr und soll stärkende Kräfte haben. Somit ist dies die eigentliche Omizutori-Zeremonie (wörtlich: „Wasserschöpfen“). Der Begriff wird dennoch üblicherweise für das gesamte Fest verwendet. Nach dem Wasserschöpfen findet im Inneren der Nigatsudo-Halle die Dattan-Zeremonie statt. Bei diesem Ritual werden Hörner geblasen und Glocken geläutet, während die Priester im hölzernen Gebäude brennende Fackeln schwingen. Das Fest endet gegen halb 4 Uhr morgens.

3. März – Hinamatsuri (雛祭り) – Puppenfest

Für die Mädchen gibt es einmal im Jahr ein ganz besonderes Fest – das Puppenfest. Jedes Jahr um den 3. März werden in traditionellen Kimonos gekleidete Puppen auf eine abgestufte mit einem roten Tuch überzoegene Plattform (hinadan) gestellt. Die Puppen stellen Kaiser, Kaiserin, Dienerinnen und Musiker in offizieller Hofkleidung, wie sie in der Zeitepoche Heian (heian-jidai) aussah, dar. Weiterhin werden auf der mit rotem Filz ausgelegten Treppe Haushaltsgegenstände wie Wagen und Sänften, Tabletts mit Lebensmitteln, Laternen usw. ausgestellt. Laut einer Legende heißt es: Wenn das Mädchen einer Familie vergisst, alle Puppen vor der Nacht zum 4. März wegzuräumen, wird diese erst sehr spät in ihrem Leben heiraten. Meistens bekommen die Mädchen ihre Puppen bereits zu ihrem Hiamatsuri. Jede Tochter sollte ihre eigenen Puppen bekommen, die sie dann nach der Hochzeit in ihr neues Heim mitnimmt.

Wichtig ist aber, dass sie sie nicht an ihre Töchter weitergibt. Die Puppen sind an ihren Besitzer gebunden, weil sie dessen Seele beschützen. Stirbt die Besitzerin, gibt es oftmals auch eine (Feuer-)Bestattung für die Puppen. Das für Hina-Matsuri am 3. März übliche Getränk ist Amazake, eine süße, alkoholfreie Sake-Version aus fermentiertem Reis. Gegessen werden traditionell gefärbte Arare, kleine Kekse, die mit Sojasoße gewürzt werden und chirashizushi (Sushi in der Schüssel, auch Sushi-Salat genannt).

Der Brauch hat seinen Ursprung in der Edo-Zeit – glaubte, dass die Puppen die Macht hätten, böse Geister in ihrem Körper einzuschließen und so den Eigentümer vor gefährlichen Begegnungen schützen zu können. Ursprünglich gab es diesen Brauch auch nur am Kaiserhof als sogenanntes Pfirsichblütenfest, um für die gesunde Entwicklung der Töchter zu danken. Die Puppentreppen waren eine Art Puppenstube, mit der die Mädchen ganz spielerisch die Bestandteile und die Hierarchie der kaiserlichen Hofhaltung lernen konnten. Beim Hinanagashi (“Puppen treiben lassen”) ließ später dann das Volk Papier- oder Strohpuppen in einem Boot einen Fluss hinunter ins Meer treiben, die die bösen Geister mitnehmen sollten.

Wenn sich einige von euch wundern, weshalb das Hinamatsuri mit Pfirsichblüten dekoriert wird, die Anfang März auch in Kyoto, der alten Kaiserstadt, noch nicht blühen – das liegt daran, dass vor der Umstellung vom Mondkalender auf den Gregorianischen Kalender 1873 der dritte Tag des dritten Monats (der 3.3.) im heutigen April lag. Und da blühen dann schon die Pfirsichbäume und auch die Kirschblüten.

20. oder 21. März – Shunbun no hi (春分の日) – Frühlingsanfangsfest

Das Frühlingsanfangsfest oder auch shunbun no hi (春分の日), wird mit Zeremonialtänzen an Tempeln und Schreinen in ganz Japan gefeiert. An diesem Tag werden die Natur oder allgemein die Liebe zu allem Lebendigen gefeiert und natürlich haben so gut wie alle an diesem Tag frei. Sehr beliebt ist Ende März im Zusammenhang mit diesem Fest auch das Hanami: Neben Pflaumen und Pfirsichblüten ist die Kirschblüte eine der beliebtesten Blüten in ganz Japan. Zum Hanami, wörtlich Blüten schauen, trifft man sich zur Geselligkeit und Picknick unter den blühenden Bäumen und genießt den Anblick.

Weitere Feste und Feiertage:

Hotoke mai
8. März, Matsu dera
Am Matsudera-Tempel werden elegante Tänze aufgeführt. Die Tänzer tragen dabei die Maske Buddhas.

Amagoi Matsuri
9. März, Kifune jinja
Es wird für Regen und eine gute Ernte gebetet.

Geino Jotatsu Kigan sai
10. März, Horin ji
Dieses Festival ist werdenden Künstlern gewidmet.

Nehan e
14.-16. März, Tofuku ji
Nehan e ist der erhabene Zustand des totalen Abstands von allen weltlichen Verlangen und Wünschen. Ein Nehan zu (Bildnis des Buddha Shakamuni auf dem Totenbett, umgeben von trauernden Menschen und Tieren) wird aufgehangen. Dieses Bildnis, geschaffen von Mincho (bekannter Priester und Künstler der Muromachi-Periode), gehört zu den ungewöhnlichen seiner Art, denn es ist auch eine Katze mit dargestellt, die eigentlich in Japan zu den untreuen Tieren zählt und bei solchen Szenen immer weggelassen wird. Viele Kunstschätze des Tempel sowie Ikebana der Misho Goryu Schule werden gezeigt. Amazake (süße, heiße Sake) gibt es kostenlos, der Eintritt zu den Kunstschätzen kostet 700 Yen.

kasuga matsuri
13. März, Nara
Am Festtag selbst macht ein Abgesandter des Kaisers Opfergaben an die Gottheiten des Schreins (u.a. Ame-no-koyane, ein Vorfahre der bekannten Fujiwara Familie). Es gibt ferner eine farbenprächtige Parade bei der u.a. ein gesegnetes Pferd teilnimmt (hiki-uma) sowie zahlreiche traditionelle Tänze wie gagaku und bugaku.

howaito dē – White Day
14. März, landesweit
Japanische Männer revangieren sich bei ihren Liebsten für die Schokolade am Valentienstag.

Dai Nenbutsu Kyogen
15. März, Seiryo ji, Arashiyama
Drei 6 m lange Fackeln, die 3 verschiedene Typen Reis repräsentieren (frühe, mittlere und späte Reife), werden um ca. 20:30 Uhr abgebrannt. Mit der Kraft des Feuers wird um einen guten Ernteertrag gebetet. Kyogen Aufführungen gibt es um 15:30/17:00/18:30 Uhr.

Senbon Shaka Nembutsu
22. März, Senbon Shakado
Sutra Gesang.

Hanezu Odori
28. März, Zuishin Tempel
Hanezu ist ein Name für rote Pflaumenblüten. Der Hanezu Tanz wird zu Ehren von Ono-no-Komachi, einem Poeten der Heian-Periode aufgeführt.

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