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Platz 1 – Valerian hat´s geschafft!

Platz 1 – Valerian hat´s geschafft!
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Nein, es ist nicht die Kino-Hitliste, an deren Spitze sich der beste SF-Comic Valerian derzeit befindet, die Serie verkauft diese Woche die meisten Comics. Und nicht nur der Band „Die Vorlage zum Kinofilm“ (Platz 1, 96 Seiten, € 9,99), auch der erste Band der Gesamtausgabe (Platz 2, 160 Seiten, € 29,90) und auch in den Top 10 der Valerian 2-in-1 (Platz 7, 96  Seiten, € 9,99) Band sind Kassenschlager.

Ein Grund, die drei Titel kurz vorzustellen – vielleicht lässt sich dieser Erfolg ja nächste Woche wiederholen?

Aber kurz noch zum Titel der Serie: der lautete lange Zeit einfach nur “Valerian”. Auch wenn die schöne Laurelin (deutsch Veronique) schon zu Beginn das hübsche Hirn des Agenten-Duos war. Aber diese Serie war in vielen Bereichen etwas anders als die übrigen Unterhaltungscomics für Kinder und Jugendliche zu jener Zeit in Frankreich. Schon immer lästerten die Geschichten über Geschlechterrollen, prangten Unterdrückung jeglicher Art an (auch wenn kräftige Frauen arme Männer unterjochten) und machte dabei einfach Spaß! Nun die drei Top-10 Valerians:

Platz 1: Valerian & Veronique: Filmausgabe

In der Geschichte “Im Reich der tausend Planeten” entwickelt sich die Serie nach einer guten Zeitreisegeschichte im ersten Band zu einer Space-Opera. Valerian soll den noch unerforschten Sektor erforschen. Hier, im „Reich der tausend Planeten“, trifft er auf eine archaisch anmutende Welt voller farbiger Wunder und blutiger Ausbeutung von Sklaven. An der Spitze der Gesellschaft steht eine Kaste von zurückgezogen lebenden Rittern. Unser Held gerät in Gefangenschaft und wird wie üblich von der sensibel agierenden Veronique gerettet. Und das Geheimnis der Herrscher ist ein erschreckendes wie auch trauriges. Ein wundervolles Raum-Abenteuer voller Prunk und Armut, dem Leid, das aus solch einer Teilung der Gesellschaft besteht und einem revolutionären Ende.

In “Die Botschafter der Schatten” haben die Macher der Serie die Eigenarten von zusammenhängenden Geschichten gelernt und bringen hier kauzige Nebenfiguren in die Serie ein, die Valerian und Veronique auch später immer wieder begegnen werden. Die autoritäre Erde schließt sich einer galaktischen Gemeinschaft an und bekommt einen Platz im chaotischen Konstrukt Central City. Und auch hier verkörpert Valerian die alt hergebrachten Tugenden wie Gehorsam und Veronique nimmt allerlei Unwidrigkeiten auf sich, um nicht ohne Spott und Tadel an ihren Männern dem Abenteuer ein gutes Ende zu sichern.  Dabei wird es zwischendurch so bunt und vielvölkerig wie im Kinofilm. Dieser Comic ist eine verwirrend unterhaltsame Ansammlung an Gesellschaftskritik und Rollenklischees.

Valerian Gesamtausgabe 1

Hier finden sich Veronique und Valerian, lernen ihren ersten Bösewicht kennen, befreien ein ganzes Sternensystem und zetteln eine blutige Revolution an.

Wer auf den ersten Comicseiten die Geschichte nicht ernst nehmen kann, hat vollkommen recht. Valerian startete in “Schlechte Träume” als waschechter Funny. Monster, die so dumm sind, das sie sich an zu niedrigen Türen die Schädel einschlagen, ängstliche Drachen und stolpernde Helden. Und danach wird es in “Stadt der tosenden Wasser” düster. Die Menschheit hat sich an den Rand des Untergangs gewirtschaftet. Aber sie überlebt. Doch was geschah in den düsteren Jahren nach der großen Flut, die unsere Zivilisation auslöschte? Diesem Rätsel sollen Valerian und Veronique auf die Schliche kommen. Aber sie entdecken neben überlebenden Hippies und Cowboys ihren Erzfeind aus der ersten Geschichte. Der will die Welt beherrschen, indem er die Vergangenheit in seinem Sinn verändert. Aber er hat nicht mit der mörderischen Konsequenz von Zeitreiseabenteurern gerechnet. Und als drittes Abenteuer der schon beschriebene Band “Im Reich der tausend Planeten”.

Carlsen Two-in-One 4: Valerian & Veronique: Das Land ohne Sterne / Willkommen auf Alflolol

Wer bei “Im Reich der tausend Planeten” auf den Geschmack gekommen ist, wird hier mit zwei bösen Fortsetzungen bedient. Beide Geschichten sind abgeschlossen, setzten aber thematisch an dem Vorgängerband an. Unterdrückung auf unterschiedlichste Weisen und nicht immer ist eine böse Macht im Hintergrund, sondern die andere Seite hat auch ihre Gründe, wenn nicht gar Berechtigung. Aber mit diesen Bänden hatten auch die Macher der Serie das Gefühl, dass es anders weitergehen sollte. Mehr über die Entwicklung der Serie in unserem schon etwas älteren Spezial.

Die Bilder

Alles wird in wundervoll unrealistischen Bildern gezeigt. Valerian sieht aus wie ein Funny. Das irritiert zu Beginn. Der Anspruch eines hintersinnigen Science-Fiction-Romans in quietschbunten, lustig erscheinenden Bildern, ist ungewöhnlich. Und dann sind die Bilder auch noch so schrecklich krakelig. Vielleicht auf dem ersten Blick. Aber wie soll man eine völlig fremde Umwelt realistisch darstellen? Das geht, man kann sich das in den ebenso wundervollen Geschichten von Leo (z.B. Aldebaran) anschauen. Aber Valerian wollte von Beginn an Unterhaltung für Jugendliche sein. Witzig, unterhaltend, atemberaubend und gewollt anstößig. Das ist den Machern gelungen!

Quelle: die neunte · der Comic-Newsletter 

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