Home Games Action & Adventure The Legend of Zelda: Breath of the Hype

The Legend of Zelda: Breath of the Hype

The Legend of Zelda: Breath of the Hype
1.30K
1

Zum aktuellen Zelda-Titel muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Es ist ein Must-Have auf der Switch und der Wii U, wie eigentlich jedes Spiel dieser fantastischen Reihe, und kann in vielen Punkten überzeugen. Spiel-des- Jahres-Material? Für viele auf alle Fälle, bloß leider nicht für mich. Aber warum?

Ok, bevor ihr mich falsch versteht und wütende Kommentare schreibt: Ich will bei weitem nicht sagen, dass BotW ein schlechtes Spiel ist, absolut nicht. Das Spiel hat einige große Stärken, angefangen von der umfang- und abwechslungsreichen Spielwelt, den echt cleveren Hauptdungeons und der großen Entdeckerlust, die das Spiel in euch weckt und belohnt. Links neues Abenteuer fühlt sich endlich wieder frisch an und allein dafür müssen alle Besitzer der Nintendo Switch und der Wii U hier einfach zugreifen (und, jetzt mal im Ernst: die meisten haben das eh schon getan).

Das Internet ist voll mit Lobpreisungen und Hype rund um das Spiel. Besonders User-Reviews auf Metacritic sprechen eine eindeutige Sprache: Bestes Zelda überhaupt, ein perfektes Spiel, ein wahr gewordener Traum! Was kann da schon schiefgehen? Zugegeben, einige Reviews sind auch bei weitem realistischer gehalten und viele der Pluspunkte sind auch definitiv berechtigt, aber viele der Hype-Rezensionen weckten so große Erwartungen, dass ich unterm Strich von Breath of the Wild etwas enttäuscht wurde. Und noch einmal: BotW ist kein schlechtes Spiel, aber halt „nur“ ein gutes.

Story

Ausnahmsweise hat Ganon es diesmal fast geschafft, die Herrschaft an sich zu reißen. Vor ca. 100 Jahren wurde Link besiegt und pennte die ganze Zeit über, um sich zu heilen. 4 große Wächter-Apparaturen stehen unter der Kontrolle von Ganon und richten Unheil im Land an und auch so sieht es in Hyrule derzeit nicht allzu rosig aus. Fantastische Grundlage auf alle Fälle für eine tolle Story abseits des bekannten Schemas „Held L rettet Prinzessin Z aus den Klauen von Bösewicht G“. Auch schlafbedingte Erinnerungslücken bei Link können für Spannung sorgen, während man versucht, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Dann sind da noch die Piloten der erwähnten Wächter, die ebenfalls eine Beziehung zu Link haben. Da kann man doch eine Menge draus basteln!

Kann man. Macht Nintendo meiner Meinung nach hier aber nicht. Die Hintergründe der Piloten werden kaum bis gar nicht erkundet. Warum beispielsweise ist Vogelmann Revali so ein Arschloch mir gegenüber? Ich hatte eine Liebesbeziehung mit Zoralady Mipha? Was war da zwischen Gerudofrau Urbosa und Ganondorf? Hier wird überhaupt nichts erläutert, wodurch die Piloten unwichtig erscheinen. Und auch die Hauptstory ist nicht so schlagkräftig, wie man annehmen möchte. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber mich hat die Story nicht vom Hocker gerissen. Es kam mir einfach viel zu bekannt vor, am Ende lief alles doch wieder nach dem erwähnten Schema ab. Schade, dabei steckte hier so viel Potential drin!

Ich hätte zu gerne mehr über die Hintergrundstory von Revali erfahren!

Voice-Acting

Eine der wohl größten Neuerungen: In BotW wird zum ersten Mal gesprochen! Ja, richtig, es kommen wirkliche gesprochene Worte aus den Lautsprechern. Fantastisch, ist doch eine tolle Sache! Ja, schon, aber… Warum wird nicht alles vertont? Genug Entwicklungszeit hatte dieses Spiel doch, um die Dialoge zu vertonen! Stattdessen gibt es nur in ausgewählten Cutscenes Sprachausgabe zu hören, was einen jedesmal wieder raushaut, wenn im direkten Anschluss daran ein normaler, stummer Dialog mit dem gleichen Charakter kommt. Entweder ganz oder gar nicht!

Das Voice-Acting selbst geht meistens in Ordnung, bis auf eine große Ausnahme. Ausgerechnet bei der Hauptfigur schlechthin, Prinzessin Zelda, durchfährt mich jedesmal ein Schauer. Ich will die Sprecherin nicht schlecht machen, mir ist schon klar, dass sie mit dieser markanten Figur unter einer Menge Beobachtung steht, aber dennoch. Hier fehlt jederlei Variation in der Stimme, das meiste kommt nur als Einheitsmischung aus royaler Arroganz und Rumgejammere herüber. So will ich mir Zelda einfach nicht vorstellen.

Auch wenn ich mir damit Ärger einhandle: Durch die Stimme konnte ich diese emotionale Szene nicht ernst nehmen!

Dungeons

4 große Dungeons, allesamt gespickt mit einzigartigen Gimmicks, sind doch eine super Sache! Dann noch über die gesamte Spielwelt verteilt 120 weitere, kleinere Schreine, die mit kleinen Aufgaben wie Kämpfen oder gut gemachten Physik- oder Timingrätseln aufwarten.

Klingt gut und macht auch über weite Teile echt Spaß. Besonders die Hauptdungeons sind vom Grundgedanken her ein echtes Highlight, da ihr hier am Roboter, der das Verlies darstellt, selbst Dinge verändert, was für einige hervorragende Rätsel sorgt. Klarer Favorit von mir: Das Kamel in der Wüste, wo ihr drei Röhren im Inneren drehen könnt, um neue Pfade zu öffnen. Und die kleinen Schreine müsst ihr noch schön selbst suchen. Ihr bekommt keine Marker auf der Karte vorgesetzt. Hinaus auf das Feld und selbst erkunden ist hier angesagt!

Bloß warum sind die Hauptdungeons alle so kurz und gleich aufgebaut? Die großen Roboter sind zwar clever aufgebaut, aber der Weg zum und im Verlies ist dann immer der selbe. Ihr zerstört mit Hilfe des jeweiligen Volkes 3-4 Schwachstellen am Wächter, klettert hinein, bekommt vom Geist eures alten Weggefährten gezeigt, wo die Karte zu finden ist, danach arbeitet ihr euch von Terminal zu Terminal vor und am Ende kämpft ihr gegen eine weitere Inkarnation von Ganon. Das Ganze dauert höchstens 30 Minuten und enttäuscht doch ziemlich, da sich alles so gleich anfühlt und auch ist. Hier hätte man auch wieder so viel mehr machen können!

Dass die Dungeonkarten schlecht zu entziffern sind, ist auch so eine Sache.

Waffen

Um mal ein bisschen Abwechslung in das Spiel zu bekommen, könnt ihr Link mit allerhand Waffen abseits des bekannten Master-Schwertes (was ihr hier übrigens nicht einsammeln müsst – eine sehr coole Idee, wie ich finde) ausrüsten. Vom gigantischen Claymore bis hin zum Wischmob gibt es hier allerhand ungewohnte Sachen. Das Beste: Jede der Waffenkategorien hat ihr eigenes Moveset. Es macht schon einen spürbaren Unterschied, ob ihr mit einer Keule oder einem Dreizack zuhaut.

Und wo ist hier der Haken? Die Waffen nutzen sich ab! Gut, kennt man ja. Dieses Spielprinzip ist nichts neues. Wie ihr dazu steht, ist auch letzten Endes eure Sache, aber in einem müssen wir uns einig sein: Die Waffen in BotW zerbrechen viel zu schnell. Und es gibt doch nichts ärgerlicheres, als mitten im großen Kampf gegen einen gefährlichen Moblin die Action zu pausieren, um sich aus dem Waffenmenü ein neues Schwert auszusuchen, welches nach 10 Schlägen auch wieder zerbricht! Und wenn ihr dann mal eine besonders seltene Elementarwaffe findet, wollt ihr sie nicht benutzen, aus Angst, diese wieder zu verlieren.

Gerade bei Kämpfen gegen die mächtigen Lynel poppt diese Meldung häufiger auf.

Fazit

Dann gibt es da noch einige weitere kleinere Punkte (Ausdauer, fehlende Gegnervariation, verwirrende Menüs), die mich stören, aber ich will hier jetzt nicht noch weiter ausholen. Wie gesagt, Breath of the Wild ist ein gutes Spiel, trotz störender Punkte. Dass ich hier so einen Text verfasst habe, liegt auch eher daran, dass mir die Reihe als solches am Herzen liegt und mir der ganze unreflektierte Hype, der um diesen Titel herrscht, einfach die Laune am Spiel verdorben hat, weil ich viel zu viel erwartet habe. Es ist kein perfektes Spiel, erwartet und erzählt das also bitte nicht! Für ziemlich viele ist es dennoch das Lieblingsspiel und das ist auch völlig OK so. Geschmäcker sind halt unterschiedlich.

Kommentar(1)

  1. Also ist das Spiel für den Author schlecht weil alle Anderen es gut finden? Wow, da hat aber jemand nötig nicht “Mainstream” zu sein was? Naja jedem das Seine. Wenn der fakt das Andere ein Spiel gut finden reicht um es einem selbst zu verderben dann ist das zwar echt ne traurige Einstellung, vor allem für einen “Spielekritiker”, aber nunja. Jeder darfs eine eigene Meinung haben, so falsch sie auch sein mag.

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neunzehn + 15 =