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Timelash 2 – Alles auf Anfang

Timelash 2 – Alles auf Anfang
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Ich war vergangenes Wochenende auf der Timelash. Während mich der Con-Blues langsam droht zu übermannen, versuche ich für euch die Highlights zusammenzufassen, ohne dabei durchgehend in Tränen auszubrechen.

Eines kann ich euch und mir versprechen: In den folgenden Tagen und Wochen wird es eine Menge Doctor Who bei nerdLICH geben. Das erste Interview mit Ingrid Oliver werdet ihr bereits in naher Zukunft bei uns serviert bekommen. Außerdem gab es auch tolle Hörbücher und -spiele, sowie die neuesten Doctor Who-Comics von Panini, die nur darauf warten, von uns rezensiert zu werden.

Heute wird es jedoch zuerst einmal einen kleinen Bericht über ein Wochenende ganz im Zeichen des Doktors geben.

Timelash 2

Bevor ich meinen diesjährigen Bericht zu schreiben begann, habe ich mir den über die erste Timelash durchgelesen. Ich musste feststellen, dass dies ja eine einzige Lobeshymne auf die zweitägige Veranstaltung war. Danach hatte ich lange überlegt, wie ich diesen Bericht angehen sollte. Schließlich habe mich entschieden, es wieder ganz genauso zu machen!

Denn die Timelash ist schlicht und einfach die beste Convention auf der ganzen Welt. Ihr denkt jetzt sicher, ja genau, der ganzen Welt. Das sagt sie doch sicher nur, damit sie nächstes Jahr wiederkommen darf. 😉 Aber natürlich würde ich so eine Behauptung niemals aufstellen, ohne eine vernünftige Begründung.

Warnung: Es folgt nun eine kleine Lobeshymne. Wer darauf keine Lust hat, kann gerne sofort hinunter scrollen, denn dort werde ich versuchen, eine differenziertere Schilderung über das Programm des Wochenendes abzugeben. Wer jedoch gerne wissen will, warum jeder Doctor Who – Fan nächstes Jahr unbedingt nach Kassel fahren sollte, kann jetzt gerne einfach weiterlesen.

Die beste Con der Welt

Die Timelash ist keine gewöhnliche Convention. Stattdessen fühlt sie sich viel mehr wie ein großes Familientreffen an. Während man im letzten Jahr ein Teil der Whovians durch Facebook, Instagram oder andere Convention bereits kannte, gewann man viele neue Freunde dazu. Auch in diesem Jahr traf man neue Gesichter, jedoch kannte man (jedenfalls war das bei mir so) den großen Teil der Besucher bereits vom letzten Jahr. Das erweckte eine unglaubliche Vertrautheit, die sich über die gesamte Convention legte.

Ständig wurde man angesprochen, begrüßt und umarmt. Diese wunderbare Stimmung wurde durch den lockeren Umgang mit den Gaststars, sowie die absolute Herzlichkeit der Helfer, welche ebenfalls komplett aus Doctor Who-Fans bestanden, bestärkt. Dadurch, dass man den Veranstaltern ihre Anspannung und den Stress, den sie sicherlich empfanden, überhaupt nicht anmerkte und sie sich immer mit einem Lächeln auf den Lippen und einem offenen Ohr unter die Menge mischten, wirkte alles gleich noch entspannter. Das bemerkten auch die Stars, wie Gareth David-Lloyd, der hervorhob, wie angenehm es sei, wenn man nicht die ganze Zeit das Gefühl hat, verfolgt zu werden.

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Man konnte als Besucher jederzeit zu den Autogrammständen kommen und sich mit den Stars unterhalten, die sich dort niedergelassen hatten. Dabei bekam man niemals das Gefühl, dass diese doch nur Autogramme verkaufen wollten. Stattdessen waren sie zu jeder Zeit freundlich, nett und nahmen sich die Zeit, mit ihren Fans ein paar Worte auszutauschen.

,,Are you finished?” ,,No.” ,,Sorry!”

So erfuhr man Dinge, die man auf anderen, größeren Convention niemals erfahren hätte. Zum Bespiel weiß ich jetzt, welche Sorte Wein Ingrid Oliver am liebsten trinkt, dass Toby Hadoke doch nicht alles über das Doctor Who-Universum weiß und dass Robert Shearman eigentlich kein Autor, sondern Künstler ist. Ein persönlich sehr schöner Moment ereignete sich dann am Sonntag: Zum Abschied hatte Phil Collinson mich von sich aus nochmal in den Arm genommen. Dann war er noch einmal auf eine Anekdote vom Vorabend eingegangen und erklärte, wie schön es war, einander kennen zu lernen. Ich habe auf keiner anderen Convention so viel Herzlichkeit erlebt.

Die Panels

Aber von Anfang an. Als wir kurz vor dem offiziellen Einlass eintrafen, hatte sich bereits eine große Menschenmasse vor dem Kulturbahnhof in Kassel eingefunden. Dabei wimmelte es nur so von Doktoren, Companions, Monstern und vielen anderen Gestalten, die Unwissenden wohl Angst gemacht hätten. Sofort spürte man, wie ausgelassen und zugleich angespannt die Stimmung war.

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Während man bei der ersten Timelash noch nicht so ganz wusste, worauf man sich eigentlich eingelassen hatte, wussten die Besucher letztes Wochenende ganz genau, worauf sie sich freuen konnten. Dies bemerkte man auch bei der Eröffnungszeremonie. Als Toby Hadoke, der Überraschungshit der letzten Timelash, auf die Bühne trat, bekam er mehr Applaus, als alle anderen Gäste. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die anderen Gäste nicht auch mit einem stürmischen Beifall auf die Bühne begleitet wurden.

Ein straffes Programm führte durch den mit Panels gut gefüllten Tag. Wie im letzten Jahr fanden die gleichen Panels an beiden Tagen statt. Man hatte entweder die Möglichkeit, den spannenden Vorträgen zu lauschen, welche durch die Fragen der Zuschauer bestimmt wurden, oder sich mit den Stars abzulichten, Gespräche zu führen, sowie Autogramme zu ergattern und Schnäppchen zu jagen. Dadurch, dass die Panels am Samstag und Sonntag keine reinen Wiederholungen waren, verpasste man definitiv immer etwas.

In diesem Jahr drehten sich viele Panels und Gespräche um zwei Dinge: Den Brexit und die Sprache.

Doctor Who in Deutschland

Das lag zum einen natürlich an Ingrid Oliver. Die in Deutschland geborene Schauspielerin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie sich das Wochenende nur auf Deutsch unterhalten wollte. Zum anderen lag es daran, dass mit Luise Charlotte Brings, Lutz Riedel und Steffen Volkmer drei Personen anwesend waren, die sehr wichtig für die Verbreitung von Doctor Who in Deutschland sind.

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Während Luise Charlotte Brings über die Abläufe und Herausforderungen einer Synchronarbeit erzählte, klärte Steffen Volkmer über die Schwierigkeit auf, die Doctor Who-Comics ins Deutsche zu übersetzen. Dabei kam das Duzen und Siezen und der Umgang damit in der Serie, Büchern und in den Comics auf. Lutz Riedel gab eine spontane Lesung von Doctor Who: Die Dynastie der Winter. Dadurch konnten alle Fans gemeinsam an den Abenteuern des Doktors teilhaben.

,,Am schlimmsten Tag deines Lebens, ruf nach dem Doktor.”

Schreiben für den Doctor

So spannend die Synchronisation auch ist, waren die englischen Gäste doch überrascht, dass sich der größte Teil der Fans Doctor Who auf Englisch ansehen. Oft wurde von den Gästen betont, wie begeistert sie davon sind. Besonders Jason Haigh-Ellery, ausführender Produzent bei Big Finish, konnte man das Erstaunen ansehen, als er fragte, wer denn Big Finish hörte und fast alle Arme in die Höhe schossen. Er meinte später, dass er mit höchstens vierzig Prozent gerechnet hätte. Außerdem sei er sehr stolz auf die deutschen Fans, dass sie sich Hörspiele auf einer anderen Sprache anhörten. Er selbst wäre wohl zu faul dazu.

Danke an Karina Scheld für dieses tolle Foto
Danke an Karina Scheld für dieses tolle Foto

Phil Collinson, Robert Shearman und Peter Harness, drei wichtige Personen hinter Doctor Who, gaben sich ebenfalls die Ehre und erzählten etwas über das Schreiben, sowie die Produktion der Serie. Natürlich wurde Robert Shearman, dessen Folge Dalek aus dem Jahr 2005 seine letzte Arbeit für Doctor Who war, gefragt, wann wir denn wieder etwas von ihm in dieser Richtung zu sehen oder zu hören bekämmen. Er bestätigte, dass da sicher noch etwas kommen wird. Da er jedoch ein sehr fauler Mensch sei, wollte er sich nicht darauf festlegen, wann es soweit sein wird.

Junger und alter Starbesuch

Ingrid Oliver erzählte, wie sie es versprochen hatte, einige Anekdoten von den Dreharbeiten auf Deutsch. Zum einen berichtete sie darüber, wie ihr Casting abgelaufen ist und dass sie für Osgoods schwarze Brille verantwortlich sei. Sie hatte diese ihrem Freund gemopst und sie während des Castings getragen. Da er diese natürlich wiederhaben wollte, musste sie sich schnell noch eine neue besorgen.

Außerdem ging sie natürlich darauf ein, wie schwierig es war, beide Osgoods zur gleichen Zeit zu spielen. Jedoch verriet sie trotz häufiger Nachfrage nicht, welche nun die ,,Echte“ sei. Stattdessen erzählte sie über die Möglichkeit wieder als Osgood in der Serie aufzutreten, über ihre Arbeit für Big Finish und sprach den Wunsch aus, einmal bei einem Tatort mitzuspielen.

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Dagegen plauderte Gareth David-Lloyd bereitwillig aus dem Nähkästchen und beantwortete, trotz schmerzendem Fuß, alle Fragen mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Dabei ging es natürlich hauptsächlich um John Barrowman. Dadurch musste Gareth natürlich sowohl auf die Liebesszenen in Torchwood, als auch auf seinen persönlichen Schrein in Cardiff eingehen. So erzählte er, dass John in seiner Todesszene ein Mittel bekam, welches diesen zum Weinen bringen sollte. Jedoch sorgte es auch dafür, dass John Barrowmans Nase zu laufen begann und das direkt in Gareths Mund. Nach dieser Geschichte sieht man die Szene mit ganz anderen Augen.

Während Peter Purves über seine Erfahrungen als Companion des ersten Doktors sprach, denen auch die jüngeren Fans voller Faszination lauschten, schien Sophie Aldred ganz begeistert von ihrer ersten Convention in Europa zu sein. Auch sie hatte die eine oder andere Geschichte über die Dreharbeiten zu erzählen. Dabei spielten natürlich Explosionen und Daleks eine große Rolle. Dabei lief, sprang und schauspielerte sie sich über die Bühne. Sophie war sich auch nicht zu schade, selbst mit einem Mikro zu einem Fan herunter zu kommen, der unbedingt eine Frage stellen wollte.

Der Doktor

Natürlich war auch der Doktor in Kassel dabei. Während Paul McGann im letzten Jahr die Fans begeisterte, musste Colin Baker diesmal die sehr großen Fußstapfen ausfüllen. Das gelang ihm jedoch bereits ab der ersten Sekunde. Er erzählte über seine Rolle als Doktor und warum er eigentlich der längste amtierende Doktor ist.  Außerdem erklärte er in diesem Zusammenhang auch, warum alle nach ihm folgenden doch nur Hochstapler waren. Des Weiteren schilderte Colin, wie er an seine als Timelord-Commander Maxil in der Folge Arc of Infinity kam und wie er die Rolle beinahe nicht angenommen hätte. Schließlich war sein großer Wunsch gewesen, einmal den Doktor zu spielen und eine Rolle in der Serie zu haben bedeutete damals schließlich, niemals als Doktor gecastet zu werden. Er nahm die Rolle dennoch an. Zu seinem Glück kam er später trotzdem zu seiner Rolle als Doktor. Damit bildete zwar die erste, aber nicht letzte Ausnahme.

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Außerdem berichtete er darüber, wie es war, in einer der stürmischsten Zeiten der Serie die Hauptrolle inne zu haben und bejahte die Frage, ob er denn bei einer Möglichkeit zu Doctor Who zurückkehren würde. Seine merkwürdigste Begegnung mit einem Fan hatte er übrigens, als er sein Autogramm auf ein benutztes Brustimplantat setzten sollte. In solchen Momenten freut man sich, dass man selbst nicht berühmt ist.

Spaß auf der Bühne

Ein Highlight, trotz der frühen Morgenstunde, war der Whocast. Live konnten die Fans am Sonntagmorgen miterleben, wie der einzige deutsche Podcast zum Thema Doctor Who auf der Bühne ein nicht hundertprozentiges jugendfreies Programm ablieferte. Jeder, der den Whocast kennt, kann sich vorstellen, was ein übermüdeter Kolja, Raphael und sexy Harald auf der Bühne so von sich gaben. Da waren einige Lacher auf ihrer Seite.

,,It´s just a screwdriver!“

Ebenfalls mit einem durchwegs lustigen Programm war Toby Hadoke wieder nach Kassel aufgebrochen. Während er das deutsche Publikum im letzten Jahr mit Moths Ate My “Doctor Who” Scarf begeistern konnte, musste er sich in diesem Jahr natürlich etwas Neues ausdenken.

My Stepson Stole My Sonic Screwdriver hieß sein neues Programm, welches einfach lustig, berührend und nerdig war. Dabei erzählt der (fast) allwissende Doctor Who-Nerd über die Beziehung zu seinem tauben Stiefsohn und wie seine geliebte Science-Fiction-Serie ihm half, diese auszuarbeiten. Er performte dabei mit so viel Liebe, Wortwitz und Humor, dass man sich als Doctor Who-Fan angesprochen fühlen musste und einfach nicht aus dem Lachen herauskam.

Fantom Films konnte zum Abschluss mit einer kleinen Quizshow das ganze Publikum noch einmal zum Lachen bringen. Sie ließen Sophie Aldred und Peter Purves mit jeweils einem dreiköpfigen Team gegeneinander antreten. Dabei galt es in drei verschiedenen Runden die meisten Punkte zu gewinnen.

Im ersten Spiel musste erraten werden, wie viel Doctor Who-Fanartikel auf Ebay einbrachten. In diesem stellte Toby tragischerweise fest, dass seine dreißig Jahre alte Badekugel nicht so viel Wert war, wie er dachte.

In der zweiten Runde galt es, die Begleiter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dabei zeigten beide Teams ein unglaubliches Gespür für Twitter-Follower und Tweets. Die Begleiter des Doktors kennen sich halt untereinander.

Die dritte Runde bestand dann darin, Folgentitel pantomimisch darzustellen. Jedoch muss hier gesagt werden, dass Sophie Aldred mit Toby Hadoke ein Ass im Team hatte. Die beiden ergänzten sich so gut, dass das Publikum nicht aus dem Lachen herauskam und Peter Purves vorzeitig aufgab.

Cosplayer

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Zum Ende möchte ich noch einmal die Cosplayer erwähnen, von denen eine Menge herumgelaufen sind und sich einige sogar auf die Bühne trauten. Vor allem überzeugen konnten die Sonnenblumen zusammen mit Vincent van Gogh, die auch einen Preis ergattern konnten. Aber auch die beiden Weeping Angels jagten den Besuchern das eine oder andere Mal einen echten Schrecken ein. Am besten getroffen war wohl das Kostüm des ersten Doktors, in der Serie gespielt von William Hartnell. Dieser Gast aus England konnte so überzeugen, dass man sich ein wenig wie ein echter Zeitreisender gefühlt hatte.

Danksagung

Da mein Bericht jetzt schon ganz schön lang geworden ist und dabei bin ich noch gar nicht auf alles eingegangen, werde ich bei meiner Rezension zu den Comics auf den wunderbaren Zeichner John Ridgway eingehen. Außerdem folgen in den nächsten Wochen ja noch die Interviews mit den Stars. Da könnt ihr euch auf einige tolle Hintergrundinfos freuen, welche euch und mich noch einmal in die Timelash hineinversetzen werden.

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Ich möchte mich zu guter Letzt noch einmal bei Pascal Salzmann, Simone Violka und Ralf Schmidt, sowie allen Helfern bedanken. Sie alle haben eine großartige Arbeit geleistet. So konnte nahtlos an den Erfolg der ersten Timelash angeschlossen werden. Dadurch wurde ein durchwegs glückliches Publikum hinterlassen. Dies spürt man vor allem an den ganzen neuen Freundschaften, sowie positiven Stimmen auf Facebook und den vielen Fotos, die bereits jetzt um Umlauf sind.

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Vielen Dank für die tolle Zeit und ich persönlich freue mich bereits riesig auf das nächste Jahr und die dritte Timelash!

Julia Ich bin eine Online-Redakteurin und Leseratte aus Hamburg, deren ganze Freizeit für Romane, Serien und die geliebte Playstation drauf geht. Wenn ich mal Zeit habe, schreibe ich selbst Geschichten und Beiträge oder nähe an Cosplaykostümen.

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