Super Mario Odyssey – Ein absoluter Hit!

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Nach knapp einem halben Jahr schafft nun auch Mario den Sprung auf Nintendos neue Heimkonsole. Die Erwartungen sind, wie bei eigentlich jedem neuen Titel vom berühmtesten Videospielcharakter der Welt, verständlicherweise riesig. Zu riesig für den italienischen Ex-Klempner?

Alles beim Alten…

Habt ihr schon einmal einen Super Mario-Titel gespielt? Ja? Dann könnt ihr bereits erahnen, wer der Bösewicht vom Spiel ist, und was sein fürchterlicher Plan beinhaltet. Richtig, Bowser entführt mal wieder die Prinzessin. Genauer gesagt diesmal, um sie zu heiraten! Es liegt wieder mal an Mario, Peach zu retten. Das wird bereits beim Starten des Spiels klar, denn bereits die Anfangscutscene beinhaltet den Kampf zwischen Mario und Bowser. Ausnahmsweise gelingt es Bowser einmal, Mario zu übertrumpfen (ok, wäre ja sonst auch ein sehr kurzes Spiel), und Mario landet im fernen Cap Kingdom. Dort trifft unser Held auf den Hutgeist Cappy, und da Bowser nicht nur Peach, sondern auch Cappys Schwester Tiara entführt hat, machen sich die beiden auf die Verfolgungsjagd. Nebenbei treffen die beiden auf eine Gruppe neuer Widersacher, den Broodals. Hierbei handelt es sich um ein Quartett aus Hasen (die meiner Meinung nach stellenweise zu stark an Überreste vom sehr empfehlenswerten Mario & Rabbids erinnern), die Bowser bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen. Völlig uninspirierte Standardkost? Leider ja, hier hätte man schon etwas mehr wagen können. Das neueste Abenteuer wird zwar witzig präsentiert, aber es ist halt nur die altbekannte Geschichte, was auf Dauer dann doch einen faden Beigeschmack hat.

…und doch ziemlich neu

Mit Cappy erhält Mario eine ganze Menge neuer Fähigkeiten, wodurch das bisherige Arsenal, welches aus diversen Sprungvariationen besteht, gehörig aufgestockt wird. So kann Mario seine Mütze im Kreis um sich herum schleudern, zielgerichtet auf Gegner werfen oder diese sogar als kleine Extraplattform für besonders knifflige Sprünge benutzen. Die größte Neuerung allerdings ist, dass ihr von so ziemlich alles und jedem Besitz ergreifen könnt. Einfach die Mütze auf einen hutlosen Gegner geschleudert, und schon steht der Goomba, T-Rex oder Gullideckel (kein Scherz) unter eurer Kontrolle. Mitsamt Mütze und stylischem Schnurrbart. Sicher, besonders Menschen zu übernehmen klingt gruselig, ist aber charmant präsentiert und bietet einige neue Möglichkeiten, wie die Level neu erkundet werden können.

Der Schnurrbart darf natürlich bei den Transformationen nicht fehlen!

Wo wir grade von den Leveln sprechen: Nachdem Super Mario 3D World ja nur einzelne Level bot, folgt diesmal wieder eine Rückkehr zum etwas größeren Welten, in denen ihr einzelne Ziele erreichen könnt. Erinnert wieder stark an das Design von Super Mario 64 oder Sunshine, ist allerdings mehr im Stil einer offenen Spielwelt gehalten. Ihr sammelt pro Welt zwar immer schön brav eure Power-Monde, bleibt allerdings im jeweiligen Level, und werdet nicht erst ins Schloss zurückkatapultiert, wie noch zu Zeiten des Nintendo 64. Zwischen den einzelnen Welten reist ihr per Luftschiff hin und her, als Antrieb fungieren die bereits erwähnten Monde.

Eine Odyssee rund um die Welt

Was die insgesamt 16 Welten beinhalten? Neben den Mario-typischen Themen wie Wüsten und Ozeanlandschaften gibt es diesmal auch die im Trailer schon oft gezeigte New Donk City (auch wenn die Menschen hier grausamerweise realistisch gehalten sind), einen auf Essen basierenden Vulkan und eine Ruinenlandschaft, die viel zu kurz ist und optisch ganz stark an, man mag es kaum sagen, Dark Souls erinnert. Und so unterschiedlich die Welten auch alle sind, alle haben doch eine Sache gemeinsam: sie stecken voller Leben und Charme, wurden mit extrem viel Liebe zum Detail gestaltet (schaut euch die diversen Easter Eggs in New Donk City an!), und sind prallvoll mit Monden. Knapp 836 Monde lassen sich sammeln, um genauer zu sein. Gut, ein Großteil davon wird erst nach dem ersten Durchgang freigeschalten, aber die 100%-Spieler sollten sich schon mal die nächsten Wochen freihalten. Manche dieser Monde liegen im offenen Feld so herum, manche müssen durch einen gezielten Sprung erreicht werden, und manche verstecken sich in gut versteckten Bonusleveln. Für Abwechslung ist gesorgt, und so macht es wirklich Spaß, möglichst viele der Monde einzusammeln.

OK, steht dort nicht wirklich so, könnte aber jederzeit sein!

Aber nicht nur Monde wollen eingesammelt werden, es gibt pro Welt auch einzigartige Münzen, mit denen ihr euch Souvenirs für das Luftschiff und neue Outfits zulegen könnt! Mario öffnet diesmal seinen Kleiderschrank, und ihr könnt euch mit unzähligen Kleidungsstücken ausstatten. Egal, ob ihr nun als Clown, Bauarbeiter (ein schöner Seitenhieb auf das Mario Maker-Cover) oder einfach nur in Unterhose durch die Eiswelt rennt- jedes der Outfits ist witzig anzuschauen und, das muss man im Jahr 2017 ja leider lobenswert erwähnen, ist komplett ohne Microtransaction-Bullshit oder Lootcrate-Wahnsinn erhältlich! Einige der Kleidungsstücke erübrigen euch übrigens erst den Zugriff auf die Monde, es lohnt sich also, die Welten komplett zu durchforsten und alles einzukaufen.

Aber nicht nur durch ein exzellentes und unglaublich kreatives Leveldesign wird euer Forscherdrang gefördert, auch technisch macht Super Mario Odyssey einen fantastischen Eindruck. Die Grafik ist eigentlich so, wie man es von einem Nintendo-Spiel erwartet: kunterbunt, wunderschön anzusehen und durchaus zeitlos. Da stören auch die teilweise recht pixeligen Schatten nicht allzu sehr. Auch der Sound ist auf dem bekannten hohen Level. Fröhliche Melodien klingen beim Erforschen der meisten Welten, Mario jauchzt und jubelt wie in jungen Jahren, es ist ein Traum für eure Augen und Ohren! Ein Albtraum hingegen ist für manche die Steuerung…

Das große Manko

Vom Ding her ist die Steuerung erste Klasse. Ihr könnt Mario jederzeit präzise steuern, die Sprünge gehen locker von Hand, und die Mario-Veteranen fühlen sich sofort zuhause. Die meisten Aktionen mit Cappy lassen sich allerdings hauptsächlich per Bewegungssteuerung ausführen. Geht, wenn man mit den Joycons spielt, auch super von der Hand (Wortspiele!), allerdings nicht, wenn man mit dem viel bequemeren Pro-Controller und erst recht nicht im Tablet-Modus spielt. Es gibt zwar Alternativen, wie man diese auch per Tastenkombinationen ausführen kann, aber teilweise werden einem diese noch nicht mal erzählt! Und wenn ich dann, nach 15 Stunden Spielzeit und kurz vor dem finalen Level, als tollen Tipp bekomme, wie man einen Dreifachsprung ausführe, sorry, das ist komplett deplatziert. Und, dass man die Bewegungssteuerung nicht ausschalten kann, ist auch einfach nur nervig. Es lässt sich alles problemlos mit dem Pro-Controller steuern und durchspielen, so ist das nicht, aber es ist schon deutlich, dass die Joycons bevorzugt werden. Und, jetzt mal ehrlich, auf Dauer sind die doch auch nicht so bequem.

Solche Retro-Abschnitte gibt es übrigens öfters mal im Spiel – eine sehr tolle Sache!

Und trotz der Steuerungsprobleme und der flachen Story kann ich zum Abschluss eigentlich nur gratulieren. Der erste Switch-Auftritt von Mario ist einfach nur gelungen. Die Level sind klasse, randvoll mit Geheimnissen und kreativen Einfällen, das „Cap“ern der Gegner macht Spaß, und man spielt die ganze Zeit mit einem dicken, fetten Grinsen im Gesicht. So wie man es von den Mario-Spielen kennt! Bravissimo!

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Grafik 92%
Sound 90%
Story 72%
Spielspaß 100%
Kreativität 100%
Steuerung 80%
90% sehr gut

Muss das Rad immer neu erfunden werden? Nein, wie Nintendo mit diesem Meisterwerk beweist. Sicher, die Story ist komplett uninspiriert, und die Steuerung hat einen gehörig bitteren Beigeschmack, aber man kommt während des Spiels einfach nicht aus dem Grinsen raus! Es macht einfach so dermaßen viel Spaß, und bietet auch nach dem Sieg über Bowser noch einiges an Extra-Content. Ein absoluter Pflichttitel auf der Switch!

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