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This War of Mine – Review

This War of Mine – Review
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Krieg spielen ist Gang und Gebe. Ob als Sniper, Feldsoldat oder Navy-Seal – Spielereihen wie Battlefield, Call of Duty oder Medal of Honor sie gehören zur Grundausstattung der meisten Spielesammlungen. Die Version von Krieg, die sie zeigen ist aber gelinde ausgedrückt speziell: poliert, überzogen und sogar romantisiert? Hier möchte ich euch ein Spiel vorstellen, das ebenfalls vom Krieg handelt. Allerdings auf leise, nachdenklich und ungewohnt schonungslos: meine Review zu This War of Mine vom polnischen Entwickler 11 Bit Studios.

Bei der Switch Version von This War of Mine handelt es sich erstmals um eine Complete Edition des Spiels, es sind also alle DLCs enthalten. Neben dem Basisspiel sind also außerdem das Anniversary Edition Update, das The Little Ones DLC, TWoM: The Father’s Promise, sowie alle noch kommenden DLCs.

In der Complete Edition könnt ihr das Spiel mit zufälligen Überlebenden, auf andere trefft ihr womöglich im Laufe des Spiels. Ich startete mein Spiel beispielsweise mit dem Vater-Tochter-Gespann Christo und Iskra. Die beiden haben in den Wirren des Krieges den Kontakt zu Iskras Mutter verloren und sich nun in ein verlassen Haus gerettet. Fortan liegt es an euch, eure Überlebenden durch Tage und Nächte zu bringen und so lange zu überleben wie nur irgendwie möglich.

Das Ganze spielt sich ähnlich wie bei den Sims. Eure Überlebenden haben Bedürfnisse wie Hunger, genügend Schlaf, körperliche oder geistige Gesundheit. Wenn ihr diese nicht gebührend pflegt, kann das stark das Gameplay beeinflussen – manche Charaktere können sogar zum Suizid neigen, wenn ihre Depression zu stark ist.

Während ihr euch tagsüber um die Bedürfnisse der Überlebenden kümmert – solche Tage dauern in der Regel 10 bis 15 Minuten in Echtzeit -, heißt es sich abends um die Vorräte zu kümmern. Beim Scavenging müsst ihr Nacht für Nacht an verschiedensten Orten um Ressourcen kämpfen. Eure anderen Überlebenden müssen sich derweilen bei Nacht eher um die notwendige Nachtruhe kümmern oder sich gegen Raubzüge verteidigen.

Crafting ist ein großer Teil des Gameplays und das stetige Sammeln von brauchbaren Materialien ausschlaggebend. Um eure Charaktere zu verpflegen, zu beschäftigen oder ihren Unterschlupf heimischer zu gestalten könnt ihr diesen mit Werkzeugen, Möbeln und Gerätschaften wie einem Trinkwasserfilter ausrüsten. Auch Spielzeuge wie ein Ball oder eine Schaukel sind wichtig, um beispielsweise der kleinen Iskra ein Stück Normalität zu bereiten und so ihre geistige Gesundheit im Griff zu behalten.

Auch eure Moral im Spiel beeinflusst euer Gameplay: je nachdem wie reuelos ihr als Spieler seid ist hier egal. Wenn ihr eine herzlose Tat im Spiel vollbringt, wird euch das Spiel diese auch nicht vergessen lassen. Aus Hungersnot heraus habe ich beispielsweise meinen Scavenger in einer Nacht ein hilfloses älteres Ehepaar ausrauben lassen, damit Iskra und Christo am nächsten Tag etwas zu essen haben. Am Scavenger ist diese herzlose Tat aber auch nicht spurlos vorüber gegangen. Er verfiel in eine Depression und fragte sich fortwährend, was nur aus dem Ehepaar geworden ist. Das Spiel lässt dich dessen Depression auch fühlen und der Charakter bewegt sich fortan schlapper und hinterfragt seine Taten.

Das Spiel konfrontiert den Spieler mit einem Repertoire an moralisch anspruchsvollen Fragen: habe ich genug Essen um alle Überlebenden zu versorgen oder stärke ich lieber nur denjenigen, der Ausschau nach mehr Ressourcen halten kann? Nehme ich verzweifelte Überlebende bei mir auf oder nicht? Diese können sich bei der Verteidigung der Ressourcen oder beim Sammeln erweisen, benötigen aber auch mehr Nahrung.

Fazit

Positiv:

  • tolle atmosphärische musikalische Untermalung
  • geschmackvoller optischer Stil
  • realistische Survival-Simulation

Negativ:

  • manchmal lange Ladezeiten
  • Textblasen buggen manchmal ein wenig
  • kein Touch-Support

Ich hätte es zwar vorher nicht für möglich gehalten, aber das Spiel hat mich teilweise bis in die frühen Morgenstunden wach gehalten. Nach spielerischen Höhen oder Achievements jagt man bei This War of Mine nicht – hier geht es um das blanke Überleben. Die einzigartige Atmosphäre und die realistische Survival-Simulation lässt mich gerne über einige technische Mängel hinwegsehen. This War of Mine ist trist, grau und gnadenlos unfair – und das macht es so großartig!

This War of Mine ist erstmals ursprünglich am 14. November 2014 für den PC erschienen und außerdem auf Android, iOS, PS4 und Xbox One verfügbar. Am 27. November 2018 wurde die Complete Edition jetzt schließlich auch auf der Nintendo Switch veröffentlicht.

Quelle: Evolve PR / 11 Bit Studios

Lisa Derzeit Games PR Mensch in Brighton, England. Nebenher dann Schreiberling für nerdLICH und Netzpiloten.de. Wenn ich nicht grade an Cosplays arbeite versuche ich irgendwie meinen "pile of shame" an Spielen, Büchern, Comics und Serien abzuarbeiten. Zwischendurch erblickt dann auch mal ein Artikel das Licht der Welt!

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