Aurora erwacht – Das Katastrophenteam und der Goldenboy

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Zusammen mit dem bunt zusammengewürfelten Squad 312 begeben wir uns in dem Roman Aurora erwacht mit der Longbow auf eine Reise durch diverse Raumfalten und zu fernen Planeten. Mit uns an Bord ist eine Passagierin, die schon vor über 200 Jahren auf der Erde lebte… und es noch immer tut. Unser Squad-Leader ist überhaupt nicht zu Spaßen aufgelegt, während er durch die Reihen seines Katastrophenteams blickt. Das wird eine interessante Reise. In diesem Sinne: Aye, Sir!

KLAPPENTEXT

Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:

Scarlett, die Diplomatin – Sarkasmus hilft immer (not.)
Zila, die Wissenschaftlerin – dezent soziopathisch veranlagt
Finian, der Techniker – besser: der Klugscheißer
Kaliis, der Kämpfer – es gibt definitiv Menschen, die ihre Aggressionen besser unter Kontrolle haben
Cat, die Pilotin – die sich absolut nicht für Tyler interessiert (behauptet sie zumindest)

Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern. Ouuups. Don’t panic!

MEINUNG

Die Geschichte in Aurora erwacht beginnt mit Tyler, dem Musterschüler der Aurora Academy (ihr merkt, der Name ist Programm) und seiner schlaflosen Nacht kurz vor dem größten Event seiner Karriere, der Auslese.

Bei der Auslese, dürfen sich die Alphas (Anführer) am Ende ihrer Ausbildung ihr Team zusammenstellen. Dabei gilt, was auch schon beim Sportunterricht galt, die Besten dürfen zuerst wählen und übrig bleibt ein bunter Haufen. Tyler unternimmt jedoch in der Nacht vor der Auslese einen Weltraumspaziergangsflug und trifft dabei zufällig auf ein Schiff, welches seit 200 Jahren als verschollen gilt.

Darauf: ein einzelnes noch lebendes Mädchen zwischen 1000 Toten, die es natürlich zu retten gilt. Es kommt, wie es kommen musste und Tyler verpasst durch diese Rettungsaktion (knapp) sein Event. Sein Team besteht also, anders als erhofft, aus dem bunten übrig gebliebenen Rest. Naja, seine beste Freundin ist die beste Pilotin des Ausbildungsjahres und seine Zwillingsschwester ist seine Diplomatin. Und seien wir mal ehrlich, auf die Academy gehen sowieso nur die Besten der Besten, also sind auch die letzten der Besten immer noch irgendwie die Besten (ihr versteht schon).

Der Goldenboy ist natürlich trotzdem alles andere als amüsiert über diesen Zustand, immerhin hat er sein ganzes Leben auf diesen Moment hingearbeitet – aber was soll er daran jetzt noch ändern? Er hat sich, als guter Soldat, also mit den Umständen arrangiert und bekommt seine erste Mission zugeteilt. Diese ist, in seinen Augen, eher unter seiner Würde, aber er nimmt sich dieser natürlich trotzdem an.

Ab diesem Zeitpunkt finden wir unsere, ehrlich gesagt, ziemlich sympathische bunte Truppe inmitten von Intrigen, Geheimnissen und Action wieder.

Aurora erwacht zu lesen hat Spaß gemacht. Dies liegt zum großen Teil am Schreibstil, der flüssig, aber auch wirklich zynisch und oft richtig witzig ist. Zudem hat man das Gefühl, in einer surrealen Geschichte zu versinken. Schließlich spielt diese in der Zukunft, im Weltall, hat aber viel Witz und nimmt sich selbst nicht ganz so ernst. Es werden dann auch gerade genug technische Details untergebracht, um eine gewisse Prise an Authentizität zu geben.

CHARAKTERE UND WORLDBUILDING

Mir hat die Grundgeschichte von Aurora erwacht wirklich gut gefallen. Wer würde nicht gerne das Geheimnis um das vor 200 Jahren verschollene Siedlungsschiff und der einzigen überlebenden Aurora lösen?

Aurora stammt aus unserer Zeit und so kann man sich wirklich gut in sie hineinversetzen. Ihre Anspielungen auf Herr der Ringe, die sie und der Leser, aber nicht die Menschen 200 Jahre in der Zukunft im Weltraum kennen, schafft eine wirklich gute Verbindung zur Figur.

Auch die Crew besteht aus einem diversen Haufen, die unterschiedlichere Facetten nicht haben könnten. Jeder Charakter ist ein Individuum und schafft es dies zu transportieren. Dabei gibt es gerade genug Verbindungen zwischen einzelnen Crewmitgliedern, um realistisch zu wirken.

Das Worldbuilding ist gut ausgearbeitet. Zwar gibt viele dunkle Flecken und Dinge die nur in den Raum geworfen, aber nie erläutert werden, jedoch symbolisiert dies gelungen, wie weit der Weltraum und wie komplex die Technologie zu dieser Zeit ist. Niemand kann alles wissen und verstehen. Der Leser bekommt genau die richtige Menge an Information, um sich in der Welt zurechtzufinden und daran teilzuhaben.

FAZIT

Aurora erwacht aus der Feder des Autorenduos Amie Kaufmann und Jay Kristoff überzeugt auf ganzer Länge. Eine erfrischende Geschichte mit viel Humor, Sarkasmus und einer Prise Abenteuer. Die Prämisse ist spannend und die Umsetzung gelungen. Wir freuen uns schon auf den zweiten Teil!

Paperback / eBook
Fantasy / Science Fiction
496 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-7373-5670-1
Ersterscheinung: 24.02.2021

Cover und Klappentext © FISCHER Sauerländer Verlag

Vielen Dank an NetGalley und dem FISCHER Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

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lesenswert
Story
Charaktere
Setting / Worldbuilding
Schreibstil
4.5

Aurora erwacht überzeugt durch Witz und Humor, aber auch durch die richtige Prise an Zynismus. Die Balance des Worldbuildings und der einzelnen Charaktere ist gut gelungen. Es fällt leicht, sich in die Geschichte einzufinden und sich mit der Crew auf das Abenteuer zu begeben. Der erste Band hat uns überzeugt und erhält eine klare Leseempfehlung.

Über den Autoren/Über die Autorin

Geographin und Stadtplanerin mit einer ausgeprägten Leidenschaft für die Welt der Bücher, Filme, Serien und Games. Mein stetiger Begleiter dabei ist immer ein guter Becher Kaffee.

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